Pilotenausbildung: Dauer, Kosten & Voraussetzungen

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Wer bildet Piloten aus?

Du hast die Wahl zwischen drei Optionen, wenn es um die Pilotenausbildung geht. Du kannst dich in einer privaten Flugschule ausbilden lassen, bei einer Fluggesellschaft oder bei der Bundeswehr.
Private Flugschulen gibt es in Deutschland zur Gen√ľge, so dass du sicherlich die richtige f√ľr dich finden wirst.

Möchtest du lieber direkt bei einer Fluggesellschaft einsteigen, sieht die Sache schon schwieriger aus. Die Plätze sind heiß begehrt und die Aufnahmetests äußerst anspruchsvoll. Die Lufthansa gilt hierbei als besonders wählerisch. Der Vorteil besteht in den besseren Finanzierungsmöglichkeiten, wenn die jeweilige Fluggesellschaft auf der Suche nach Nachwuchspiloten ist. Eine Ausbildung bei der Fluggesellschaft verspricht jedoch nicht direkt eine spätere Anstellung.

Solltest du bereits einen speziellen Berufswunsch haben, kannst du dich bei der Bundeswehr bewerben und ausbilden lassen.

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Dauer

Wie lange dauert die Pilotenausbildung?

Wie lange die Ausbildung zum Verkehrs‚Äď oder Berufsflugzeugf√ľhrer dauert, variiert zwischen den Anbietern. Allgemein kannst du deine Pilotenlizenz innerhalb von zwei Jahren erlangen, wenn du dich f√ľr die modulare Pilotenausbildung bei einer privaten Flugschule oder einer Fluggesellschaft entscheidest.

Manche private Flugschulen bieten zudem die Möglichkeit an, die Ausbildung im Block zu absolvieren. Unter diesen Umständen kannst du die Dauer der Pilotenausbildung auf zehn Monate reduzieren.

Entscheidest du dich f√ľr den Karriereweg bei der Bundeswehr, musst du insgesamt mit ungef√§hr sechs Jahren rechnen, da du im Vorhinein die zweij√§hrige Offiziersausbildung absolvieren wirst. An diese schlie√üt sich dann die circa vierj√§hrige Pilotenausbildung an, bei der du dich auf bestimmte Maschinen und Einsatzformen spezialisierst.

Kosten

Wie viel kostet die Pilotenausbildung?

Den Traum, Pilot zu werden, hegen viele. Die finanziellen Mittel haben jedoch nur wenige, denn mit Kosten zwischen 60.000 ‚ā¨ und 100.000 ‚ā¨ ist die Pilotenausbildung kein Schn√§ppchen. W√§hrend der Ausbildung an einer privaten Flugschule oder bei einer Fluggesellschaft verdienst du kein Gehalt, sondern bezahlst f√ľr deine Schulungen.

Teilweise sind Fluggesellschaften aber auf der Suche nach Nachwuchspiloten und bieten eine Art Finanzierungsm√∂glichkeit der Ausbildung an. Die Pl√§tze sind dabei hart umstritten und nur wenige schaffen den Einstellungstest.Um den hohen Kosten aus dem Weg zu gehen, kannst du dich f√ľr eine Ausbildung bei der Bundeswehr entscheiden. Hier verdienst du meist schon und kannst bis 3.500 ‚ā¨ brutto w√§hrend deiner Lehrjahre verdienen.

Wie viel verdient ein Pilot in Ausbildung?

W√§hrend deiner Ausbildung zum Piloten erh√§ltst du noch kein Gehalt, es sei denn, du entscheidest dich f√ľr eine Karriere bei der Bundeswehr. Als ausgebildeter und lizensierter Pilot hast du jedoch Aussichten auf einen gro√üz√ľgigen Lohn.

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Voraussetzungen

Welche Voraussetzungen muss ich f√ľr die Pilotenausbildung erf√ľllen?

Da Pilot kein anerkannter Ausbildungsberuf ist, musst du theoretisch keinen speziellen Bildungsabschluss mitbringen. Praktisch hingegen verlangen viele private Flugschulen und Fluggesellschaften einen Nachweis √ľber die Hochschulreife oder Fachhochschulreife und die Bundeswehr einen Realschulabschluss plus Offiziersausbildung. Obligatorisch ist zudem ein Mindestalter von 17 Jahren bei der Bundeswehr und 18 Jahren bei anderen Flugschulen.

Neben diesen Grundvoraussetzungen musst du einige Dokumente vorlegen, die deine Flugtauglichkeit und dein Verantwortungsbewusstsein zeigen sollen. Hierzu geh√∂ren die Info √ľber laufende oder bisherige Strafverfahren, ein Auszug aus dem Verkehrszentralregister und das F√ľhrungszeugnis. Unter Umst√§nden muss deine Zuverl√§ssigkeit zudem von der Luftsicherheitsbeh√∂rde best√§tigt werden. Der Test auf flugmedizinische Tauglichkeit und ein theoretischer und praktischer Eignungstest sind ebenfalls Voraussetzung f√ľr den Start der Pilotenausbildung. Da du f√ľr alle Notf√§lle gewappnet sein musst, ist au√üerdem eine Erste-Hilfe-Ausbildung vorzuweisen.

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Im schulischen Bereich wird besonders Wert gelegt auf die Noten in den Fächern Mathematik, Physik und Englisch. Fähigkeiten in Geografie und Technik sind ebenfalls vorteilhaft.

Da die Voraussetzungen nicht einheitlich geregelt sind, solltest du dich bei dem Ausbilder deiner Wahl nach dessen Richtlinien erkundigen.

Welche persönlichen Voraussetzungen sollte ich als angehender Pilot mitbringen?

Neben den formalen Voraussetzungen solltest du deine pers√∂nlichen F√§higkeiten nicht vernachl√§ssigen und versuchen, zu einem einigerma√üen realistischen Urteil zu kommen, ob du die passenden Voraussetzungen f√ľr die Arbeit als Pilot oder Pilotin in der Luftfahrt mitbringst.

Der Alltag als Pilot ist stressig und mit viel Verantwortung verbunden. Du solltest daher eine hohe physische und psychische Belastbarkeit mitbringen. Um im Cockpit den √úberblick zu behalten, helfen dir gute F√§higkeiten in der Raumorientierung und Selbstorganisation weiter. Du musst schnell auf Signale reagieren k√∂nnen und √ľber ein ausgepr√§gtes Gefahrenbewusstsein verf√ľgen, falls etwas w√§hrend des Fluges problematisch werden sollte. Deine technischen F√§higkeiten k√∂nnen dich dabei unterst√ľtzen.

Zudem solltest du beachten, dass du nicht allein an Bord bist. Einzelgänger haben im Cockpit nichts zu suchen, denn an Bord ist Teamwork angesagt. Mit einem Quäntchen Perfektionismus bist du hier richtig, denn nur wenn du deine Arbeit genau nimmst, bringst du deine Ladung sicher ans Ziel.

Alle Voraussetzungen im √úberblick

Formale Voraussetzungen

Persönliche Voraussetzungen

  • (Fach-)Hochschulreife bzw. Realschulabschluss gew√ľnscht, nicht festgeschrieben
  • Mind. 17 Jahre (Bundeswehr) bzw. 18 Jahre
  • Keine laufenden Strafverfahren
  • Sauberes F√ľhrungszeugnis
  • Auszug aus dem Verkehrszentralregister
  • Flugmedizinische Tauglichkeit
  • Erste-Hilfe-Ausbildung
  • Theoretischer und praktischer Eignungstest
  • Evtl. Best√§tigung der Zuverl√§ssigkeit durch Luftsicherheitsbeh√∂rde
  • Gute Noten in Mathematik, Physik und Englisch
  • Gute Kenntnisse in Technik und Geografie
  • Breites Allgemeinwissen
  • Teamf√§hig
  • Gute Reaktionsgeschwindigkeit
  • Selbstorganisation
  • Ausgepr√§gte Raumorientierungsf√§higkeit
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Gefahrenbewusstsein
  • Perfektionistische Veranlagung
  • Technisch begabt
  • Hohe physische Belastbarkeit
  • Hohe psychische Belastbarkeit
Orte

Wo kann ich mich zum Piloten ausbilden lassen?

Private Flugschulen findest du in ganz Deutschland, oft auch in kleineren St√§dten und Gemeinden. Informiere dich daher in deiner Umgebung, wo Flugscheine absolviert werden k√∂nnen. M√∂chtest du einen Ausbildungsplatz bei einer Fluggesellschaft ergattern, musst du unter Umst√§nden einen Umzug erw√§gen. H√§ufig findet die Pilotenausbildung am Ort des Firmensitzes statt. Entscheidest du dich f√ľr die Pilotenausbildung bei der Bundeswehr, musst du dich darauf einstellen, dass du nach oder eventuell schon w√§hrend der Ausbildung bundesweit versetzt werden k√∂nntest. Vor allem ausgelernte Pilotinnen und Piloten k√∂nnen auch im Ausland eingesetzt werden.

Abschl√ľsse

Welchen Abschluss erreiche ich mit der Pilotenausbildung?

Du entscheidest dich bei deiner Ausbildung f√ľr den Werdegang als Berufsflugzeugf√ľhrer oder Verkehrsflugzeugf√ľhrer. Je nach Ausbildung erh√§ltst du eine andere Pilotenlizenz. Der Abschluss als Berufsflugzeugf√ľhrer (CPL(A)) bef√§higt dich, kleine Flugzeuge zu fliegen und als Co-Pilot in gr√∂√üeren Maschinen an Bord zu arbeiten. Hierbei sind 150 Flugstunden vorausgesetzt. Als Verkehrsflugzeugf√ľhrer mit dem Abschluss ATPL(A) kannst du als Kapit√§n auch gro√üe Flugzeuge wie beispielsweise einen Airbus fliegen. Diese Pilotenlizenz setzt 195 Flugstunden voraus.

Weiterbildungen f√ľr Piloten

Solltest du dich zun√§chst f√ľr den Abschluss des Berufsflugzeugf√ľhrers entschieden haben, steht dir weiterhin die M√∂glichkeit offen, mithilfe von Schulungen die Pilotenlizenz zum Verkehrsflugzeugf√ľhrer zu erlangen. Au√üerdem kannst du dich in Weiterbildungen beispielsweise als Hubschrauberpilot spezialisieren und deine F√§higkeiten erweitern. Generell gilt in der Luftfahrt: Je mehr Erfahrung, desto besser!

Vorteile und Nutzen

Warum sollte ich Pilot werden?

Du liebst die Herausforderung und ein eint√∂niger B√ľroalltag ist dir nicht spannend genug? Dann ist die Pilotenausbildung das Richtige f√ľr dich. Als Pilot sieht dein Berufsalltag nie gleich aus. Du entdeckst neue L√§nder und sp√ľrst die Freiheit der Fliegerei. Du kannst zeigen, dass du verantwortungsvoll bist und auch in schwierigen Situationen ad√§quat handeln kannst. Der Nervenkitzel treibt dich erst zu H√∂chstleistungen an. Wenn du die Challenge liebst, ist der herausfordernde Alltag als Pilot optimal f√ľr dich. Du tr√§gst eine hohe Verantwortung und arbeitest perfektionistisch. Daf√ľr erwarten dich ein hohes Gehalt und eine vielf√§ltige Auswahl an Arbeitgebern.

Wo arbeiten Piloten?

Piloten arbeiten meist als Angestellte einer Fluggesellschaft und befördern Passagiere oder Ladung zu ihrem Ziel. Auch die Arbeit als persönlicher Pilot in einem Privatjet ist möglich und erlaubt dir unter Umständen auch die Selbstständigkeit. Charter-Gesellschaften sind immer auf der Suche nach guten Piloten. Teilweise stellen dich Unternehmen auch direkt als Firmenpiloten ein.
Bei der Bundeswehr findest du Anstellungsm√∂glichkeiten als Hubschrauberpilot oder Jetflieger. Auch f√ľr Krankentransporte und die Sch√§dlingsbek√§mpfung aus der Luft wirst du eingesetzt.
Solltest du dich eher in der Lehre sehen, kannst du nat√ľrlich auch als Fluglehrer in einer Flugschule arbeiten.

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Wie viel verdient ein Pilot?

Mit einem Einstiegsgehalt von circa 5.900 ‚ā¨ brauchst du dir finanziell keine Sorgen machen. Mit steigender Erfahrung verdienst du durchschnittlich 8.973 ‚ā¨ monatlich bei einem durchschnittlichen Stundenlohn von 52 ‚ā¨ bis 61 ‚ā¨ und liegst somit fast 250 % √ľber dem Durchschnittsverdienst eines Vollzeitbesch√§ftigten. Je nach Fluggesellschaft werden zudem Erfolgspr√§mien ausgesch√ľttet, sollten Gewinne erzielt werden.

Das h√∂rt sich erstmal alles ziemlich gut an, doch du solltest bei all dem Geld nicht die Belastung au√üer Acht lassen, die der Job als Pilot mit sich bringt. Du tr√§gst eine hohe Verantwortung f√ľr alle Personen an Bord und bist durch die enormen Anforderungen erh√∂htem Stress ausgesetzt. Deine Arbeitszeiten sind unregelm√§√üig und erstrecken sich oft auch √ľber die Nacht oder das Wochenende. √úberstunden sind an der Tagesordnung und die Vor‚Äď und Nachbereitung der Fl√ľge wird meist nicht verg√ľtet. Der st√§ndige Wechsel zwischen Klima‚Äď und Zeitzonen kann ebenfalls eine gro√üe physische Belastung darstellen. Nat√ľrlich spielt hier dein Arbeitgeber eine gro√üe Rolle, aber du solltest dich mit den Schattenseiten des Gehalts auseinandersetzen, bevor du dich f√ľr die Karriere in der Luftfahrt entscheidest.

Wie schwer ist die Pilotenausbildung?

Die Ausbildung zum Verkehrsflugzeug‚Äď und Berufsflugzeugf√ľhrer ist nicht leicht. Allein um die Einstiegskriterien zu erf√ľllen, kommen schon einige H√ľrden auf dich zu. Der Weg zum Traum vom professionellen Fliegen ist mit vielen Eignungstests und einer hohen Stressbelastung verbunden.

Die Ausbildungsinhalte sind fordernd und du tr√§gst eine hohe Verantwortung. Im Schnitt schafft es daher nur jeder Vierte, einen Job in der Luftfahrt zu ergattern. Nichtsdestotrotz solltest du deswegen deinen Traum von der Fliegerei nicht aufgeben. Wenn du alle formalen und pers√∂nlichen Voraussetzungen erf√ľllst, kannst du zu dem einen Viertel geh√∂ren, das am Ende stolzer Pilot oder begeisterte Pilotin wird. Mit Ehrgeiz, Mut und Wille schaffst du es, die Pilotenausbildung zu absolvieren und in der Luftfahrt zu arbeiten!

Alternativen

Weitere Ausbildungen in der Luftfahrt

Nicht jeder erf√ľllt die Voraussetzungen oder hat die finanziellen M√∂glichkeiten f√ľr die Arbeit als Pilot. Das hei√üt jedoch nicht, dass du in der Luftfahrtbranche keine Berufschancen hast. Auch au√üerhalb des Cockpits wirst du gesucht.

Inhalte

Was macht ein Pilot?

Als Pilot arbeitest du hoch in den L√ľften. Ob im Cockpit eines kleinen oder gro√üen Flugzeuges, du hast die Maschine im Griff. Als Pilot bef√∂rderst du Passagiere oder Frachten rund um die Welt und verdienst mit der Fliegerei deinen Lebensunterhalt.

Neben dem Steuern des Flugzeuges erstellst du Flugpl√§ne und beh√§ltst das Wetter im Blick. Vor jedem Flug √ľberpr√ľfst du die Betriebssicherheit und erstellst Flugberichte nach der Landung. W√§hrend des Fluges kommunizierst du mit der Flugsicherung und hast einen √úberblick √ľber die nationalen und internationalen Bestimmungen. Deine Berufssprache ist meist Englisch.

Die Sicherheit deiner Passagiere oder der Fracht liegt in deinen Händen. Du trägst also als Pilot eine hohe Verantwortung und bist dir stets der Gefahren bewusst, damit du deine Maschine sicher starten und landen kannst.

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Welche Fähigkeiten erlerne ich im Rahmen der Pilotenausbildung?

Die Pilotenausbildung bereitet dich auf deinen Arbeitsalltag als Verkehrsflugzeugf√ľhrer oder Berufsflugzeugf√ľhrer vor. Am Ende der Ausbildung erh√§ltst du deine Pilotenlizenz und kannst mit deinem Flugschein eine Karriere in der Luftfahrtbranche starten.

Zu Beginn der Ausbildung eignest du dir umfangreiche theoretische F√§higkeiten an. Du erlernst die Funktion der Bordanlagen, der Bordinstrumente und des Triebwerks. Au√üerdem kannst du nach kurzer Zeit das Flugzeug √ľber Funk navigieren und wei√üt, was du bei grenz√ľberschreitenden Fl√ľgen beachten solltest. Nat√ľrlich wirst du auch in allgemeiner Luftfahrtkunde und Luftrecht ausgebildet. Neben diesem technischen Know-how wirst du nach der Ausbildung auch einiges √ľber Meteorologie wissen. Du kannst die Wetterlage gut absch√§tzen und ihren Einfluss auf das Flugverhalten abw√§gen, um deine Fracht sicher zu Boden zu bringen.

Wenn du deine theoretischen Kenntnisse vertieft hast, steht der praktische Teil der Ausbildung an. Von erfahrenen Fluglehrern erlernst du praktisches Wissen bez√ľglich Steig‚Äď und Sinkflug sowie Start und Landung. In deinen Flugstunden zeigen dir die Fluglehrer zun√§chst, wie du im Sichtflug fliegst, die Flugrouten planst und deine Maschine steuerst. Im Anschluss wirst du in die Kunst des Instrumentenfluges, mithilfe von √úberwachungsger√§ten, eingeweiht. Auch auf das Auftreten von technischen St√∂rungen oder anderweitigen Problemen wirst du in deiner Ausbildungszeit vorbereitet.

Neben diesem fachbezogenen Wissen und praktischen F√§higkeiten steht zu guter Letzt das Multi-Crew-Coordination-Training an. In diesem speziellen Training wirst du in Kommunikation, Teamwork und Entscheidungsfindung ausgebildet, damit k√ľnftig an Bord deines Flugzeuges alles rund l√§uft.

So ist die Pilotenausbildung aufgebaut

Die Ausbildung zum Piloten absolvierst du in schulischer Form. Allgemein solltest du beachten, dass die Pilotenausbildung kein anerkannter Ausbildungsberuf ist und du dich bei deiner Flugschule nach den Richtlinien erkundigen musst. Da die Ausbildung aber nach EU-Recht geregelt und vereinheitlicht ist, d√ľrften die Ausbildungsinhalte nicht stark variieren. Solltest du dich f√ľr eine Ausbildung bei der Bundeswehr entscheiden, √§ndert sich der Ablauf deines Werdegangs bei der Luftfahrt.

Bevor du eine Flugschule w√§hlst, musst du dich entscheiden, ob du Berufsflugzeugf√ľhrer (CPL(A)) oder Verkehrsflugzeugf√ľhrer (ATPL(A)) werden m√∂chtest. Dies sind zwei unterschiedliche Pilotenlizenzen. Mit der Lizenz zum Berufsflugzeugf√ľhrer kannst du kleinere Flugzeuge fliegen oder als Co-Pilot in einer gr√∂√üeren Maschine anheuern. Diese Lizenz setzt 150 Flugstunden voraus. Als Verkehrsflugzeugf√ľhrer hingegen, kannst du auch gro√üe Airbusse als Kapit√§n fliegen. Hierzu ben√∂tigst du den Nachweis √ľber 195 Flugstunden und erweiterte Lizenzen. Beide Ausbildungen erstrecken sich aber meist √ľber einen Zeitraum von zwei Jahren.

Im ersten Ausbildungsjahr steht Theorie auf dem Stundenplan. Neben Luftrecht, Funknavigation und Luftfahrzeugkunde erlernst du die Funktion der Bordinstrumente und der Triebwerke. Im Meteorologie-Unterricht lernst du, die Wetterlage korrekt einzuordnen und deine Flugweise entsprechend anzupassen. Der theoretische Teil bereitet dich optimal auf den Umgang mit technischen St√∂rungen vor und ebnet den Weg f√ľr den praktischen Teil der Ausbildung.

Im zweiten Ausbildungsjahr absolvierst du deine ersten Flugstunden. Die praktische Phase deiner Ausbildung ist nochmals in eine erste und zweite Flugphase eingeteilt.

In der ersten Flugphase bringt dein Fluglehrer dir die Grundlagen des Sichtfluges sowie verschiedener Man√∂ver bei. Erste F√§higkeiten in Bezug auf den Steig‚Äď und Sinkflug sowie Start und Landung erlernst du dabei auch.

In der zweiten Flugphase steht dann der Instrumentenflug an. Du erlernst die Skills f√ľr einen sicheren Flug, mithilfe der Bordinstrumente, in einem Simulator. Nach dem praktischen Teil kannst du zweimotorige Flugzeuge selbstst√§ndig fliegen und technische Komplikationen l√∂st du mit links.

Nach dem flugorientierten Teil f√ľhren die meisten Ausbilder ein Multi-Crew-Coordination-Training durch, bei dem deine Teamf√§higkeit gest√§rkt wird. An Bord eines Flugzeugs ist eine gute Kommunikation das A und O. Daher erwirbst du w√§hrend des Trainings kommunikative F√§higkeiten, baust deine F√ľhrungsqualit√§ten aus und lernst, durch Teamwork Probleme zu l√∂sen.

Um deine Pilotenlizenz zu erhalten, gilt es, die theoretische und praktische Abschlusspr√ľfung vor dem Luftfahrtbundesamt zu bestehen. Mit der zus√§tzlichen Bescheinigung √ľber die 150 beziehungsweise 195 Flugstunden kannst du dich danach als ausgebildeter Pilot bzw. ausgebildete Pilotin bezeichnen.

Auch die Pilotenausbildung bei der Bundeswehr bildet dich in den oben genannten F√§higkeiten aus. Dort beginnst du jedoch meist mit einer zweij√§hrigen Offiziersausbildung mit anschlie√üendem vier‚Äď bis f√ľnfj√§hrigem Pilotentraining. Dabei kannst du dich auf spezielle Maschinen spezialisieren, wie z.B. Hubschrauber oder Kampfjets.

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Fragen und Antworten

Was beinhaltet die Pilotenausbildung?

In der Pilotenausbildung erlernst du die F√§higkeit, ein Flugzeug zu steuern und deine Maschine in Stand zu halten. Der praktische Teil der Pilotenausbildung besteht aus einer Vielzahl von Flugstunden, die du f√ľr deine Pilotenlizenz ben√∂tigst. Zum Ende der Ausbildung wirst du an Soft-Skills wie Kommunikation und Teamwork herangef√ľhrt.

Wie lange dauert die Pilotenausbildung?

Die Pilotenausbildung dauert im Durschnitt 2 Jahre. Solltest du den Weg √ľber die Bundeswehr gehen, musst du mit nochmals 4‚Äď5 Jahren f√ľr die Pilotenausbildung rechnen, da die Offiziersausbildung dieser vorweggeht.

Was kostet eine Pilotenausbildung?

Die Kosten einer Pilotenausbildung variieren je nach Ausbilder und Form der Ausbildung. Generell ist der Weg zum ausgebildeten Piloten aber √§u√üerst kostspielig. Die Preise k√∂nnen 60.000 ‚ā¨ bis 100.000 ‚ā¨ betragen. Manche Fluggesellschaften bieten dir aber Finanzierungsoptionen an.

Welche Voraussetzungen gelten f√ľr die Pilotenausbildung?

Offiziell musst du keinen bestimmten Schulabschluss vorweisen, meistens wird aber die (Fach-)Hochschulreife bzw. bei der Bundeswehr der Realschulabschluss verlangt. Außerdem ist ein Mindestalter von 18 Jahren bei Flugschulen und 17 Jahren bei der Bundeswehr obligatorisch.

Wo kann ich die Pilotenausbildung machen?

In Deutschland existieren zahlreiche Flugschulen und Institute, an denen du die Pilotenausbildung absolvieren kannst. Du kannst deinen Wunschstandort auswählen. Auch die Bundeswehr bietet eine Karriere als ausgebildeter Pilot an. Hier wirst du unter Umständen bundesweit eingesetzt.

Welchen Abschluss habe ich nach der Pilotenausbildung?

Einen allgemeinen Abschluss der Pilotenausbildung gibt es nicht. Du entscheidest dich im Rahmen deiner Ausbildung, ob du Berufsflugzeugf√ľhrer (CPL(A)) oder Verkehrsflugzeugf√ľhrer (ATPL(A)) werden m√∂chtest.

Warum Pilot werden?

Als ausgebildeter Pilot steht dir ein gro√ües Spektrum an Arbeitgebern offen. Du √ľbernimmst Verantwortung und verdienst entsprechend viel. Sicherlich ist die Ausbildung nicht leicht, doch daf√ľr wirst du mit einem spannenden Arbeitsalltag belohnt. Auf deinen Reisen entdeckst du neue L√§nder und Kulturen.

Wer bildet Piloten aus?

Du hast die Wahl zwischen der Bundeswehr, privaten Flugschulen oder Fluggesellschaften. Teilweise sind Fluglinien auf der Suche nach Nachwuchsflugzeugf√ľhrern und bilden dich direkt aus.

Gibt es Alternativen zur Pilotenausbildung?

Hoch hinaus kommst du im touristischen Bereich auch in ganz anderen Jobs. Entdecke hier spannende Alternativen.