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Weiterbildung für Erzieher

Als staatlich anerkannter Erzieher hast du bereits viel wichtiges Wissen angesammelt, um deinen Job gut ausführen zu können. Doch man lernt bekanntlich nie aus! Wenn du in deinem Berufsalltag merkst, dass du Hunger auf mehr Wissen in einem bestimmten Bereich verspürst oder dich in einer Führungsposition wohlfühlen würdest, bist du wie gemacht für eine Weiterbildung. Dir stehen zahlreiche passende Kurse und Studiengänge zur Verfügung. Im Folgenden zeigen wir dir nicht nur deine Weiterbildungschancen auf, sondern erklären dir genau, wie du die richtige Fortbildung für dich findest. Außerdem findest du wichtige Finanzierungsmöglichkeiten für deine Zusatzqualifikationen.

Wie kann ich mich als Erzieher weiterbilden?

Wenn dich deine Arbeit als staatlich geprüfter Erzieher bzw. Erzieherin begeistert und du dir gerne noch fundierteres oder spezielleres Wissen aneignen möchtest, dann ist eine Fortbildung genau das Richtige für dich. Fortbildungen für beruflich Qualifizierte unterscheiden sich in Aufstiegs- und Anpassungsweiterbildungen. Zudem hast du als fertig ausgebildeter Erzieher bzw. ausgebildete Erzieherin mit mehrjähriger Berufserfahrung die Chance auf einen Studienplatz – auch ohne Abitur.

Die Aufstiegsweiterbildung dient dir dazu, eine Leitungsposition einzunehmen, während die Anpassungsweiterbildung dir hilft, dein Wissen zu erweitern, deinen Job noch besser zu machen und dich in einem bestimmten Bereich zu spezialisieren. In beiden Fällen hast du verschiedene Möglichkeiten.

Vor dem Antritt einer Weiterbildung ist es am besten, wenn du dir die folgenden Fragen stellst.

Die Antworten werden dir dabei helfen, die richtige Wahl zu treffen.

  • Gibt es einen bestimmten Bereich, in dem ich mich weiterbilden möchte?
    Ist dies der Fall, entscheidest du dich am besten für eine Anpassungsweiterbildung. Hier geht es darum, bereits bestehendes Wissen zu vertiefen und zu erweitern. Du wirst durch das angeeignete Wissen nicht unbedingt eine höhere Stelle antreten können oder eine Beförderung erhalten. Aber du wirst dein Berufsleben bereichern und auch eine positive Wirkung auf dein Arbeitsumfeld bemerken. Außerdem zeigst du deinem Arbeitgeber, dass du motiviert bist und bereit bist, Neues zu lernen.
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  • Möchte ich beruflich aufsteigen?
    Beantwortest du diese Frage klar mit ja, steht deiner Aufstiegsweiterbildung nichts mehr im Wege! Sei dir bewusst, dass mit höheren Positionen zwar mehr finanzielle Vorteile einhergehen, aber auch mehr Verantwortung und eventuell mehr Druck auf dich zukommen.
  • Habe ich Lust, umfangreiches Wissen in einem Bereich zu erhalten und meine Berufsaussichten zu erweitern?
    Hierbei kommt es auf dich an – dir steht sowohl die Aufstiegsweiterbildung als auch ein Studium zur Wahl. Bei Letzterem kann es sein, dass dich ein paar Hürden mehr erwarten. Allerdings sind auch deine Aussichten auf einen besser bezahlten Job mit einem abgeschlossenen Studium besser.

Welche Zusatzqualifikationen gibt es für Erzieher?

Was darf es für dich sein? Eine berufsbegleitende Weiterbildung oder doch lieber ein Studium? Hier erfährst du die Vorteile des jeweiligen Bildungswegs.

Die Aufstiegsweiterbildung

Bei dieser Art von Weiterbildung geht es darum, dir langfristig eine höhere Position in einer Kindertagesstätte zu sichern – das bedeutet für dich mehr Verantwortung, aber natürlich auch mehr Gehalt. Eine Aufstiegsfortbildung erstreckt sich meist über drei Monate und ist entsprechend teuer.

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Dafür sind die Fortbildungen staatlich anerkannt und du erhältst eine offizielle Urkunde, die dein umfangreiches Wissen bestätigt.

Mögliche Aufstiegsweiterbildungen sind unter anderem:

  • Staatlich geprüfter Fachwirt für Organisation und Führung, Schwerpunkt Sozialpädagogik
  • Betriebswirt im Sozialwesen
  • Fachwirt im Erziehungswesen
  • Qualitätsbeauftragter im Gesundheits- und Sozialwesen
  • Fachlehrer an Sonderschulen
  • Staatlich anerkanntre Heilpädagoge
  • Staatlich anerkannter Sonderpädagoge

Die Anpassungsweiterbildung

Du möchtest nicht unbedingt Führungsaufgaben übernehmen, möchtest dein Wissen aber trotzdem durch eine Weiterbildung erweitern? Kein Problem! Es gibt unzählige Angebote für Erzieher, die sich gerne in einem bestimmten Bereich weiterbilden und spezialisieren möchten. Hier gibt es auch meistens keine Abschlussprüfung, sondern du erhältst am Ende ein Zertifikat oder eine Urkunde, die deine Teilnahme bestätigen.

Diese Art von Weiterbildung kannst du oft berufsbegleitend absolvieren. Sie finden meistens an einem Tag in der Woche statt und erstrecken sich dann über einige Wochen. Auch für diese Fortbildungen wird eine Gebühr erhoben, in manchen Fällen übernimmt aber dein Arbeitgeber die Kosten. Am besten sprichst du vor Antritt einer Weiterbildung mit deiner Chefin oder deinem Chef darüber.

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Es gibt auch Fortbildungen, die für eine ganze Einrichtung interessant sein könnten und daher direkt vor Ort stattfinden, sogenannte Inhouse-Fortbildungen. Dazu gehören Themen wie die richtige Art, Elterngespräche zu führen, Inklusion, Integration oder auch gesunde Ernährung.

Natürlich findest du aber auch Anpassungsweiterbildungen, die du individuell besuchen kannst. Diese fokussieren sich auf ein bestimmtes Thema und machen dich zum Experten in diesem Bereich. Wichtig ist allerdings, dass du für diese Art von Fortbildung deine Grundausbildung zum Erzieher abgeschlossen haben musst.

Beispiele für mögliche Anpassungsweiterbildungen sind:

  • Musik und Rhythmik
  • Inklusion
  • Psychomotorik
  • Integration
  • Frühpädagogik
  • Hygiene-Fachfortbildung
  • Elternberatung
  • Erziehungsberatung
  • Sport- und Spielarten
  • Ernährung und Hauswirtschaft
  • Entwicklungspsychologie
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Das Studium

Deine dritte Option, die sich dir eröffnet, wenn du über eine Weiterbildung nachdenkst, ist das Studium. Und das gilt nicht nur für Erzieher und Erzieherinnen mit Abitur! Wenn du deine Ausbildung abgeschlossen hast und eine mehrjährige Berufstätigkeit in diesem Bereich vorweisen kannst, qualifizierst du dich ebenfalls für einen Studienplatz. Es kann lediglich sein, dass du bei dieser Variante einen Eingangstest und ein Studium auf Probe durchlaufen musst.

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Diese Studiengänge bieten sich für dich als ausgebildeten Erzieher an:

  • Psychologie
  • Pädagogik
  • Erziehungswissenschaften
  • Frühe Kindheit
  • Waldorfpädagogik
  • Soziale Arbeit
  • Bildungswissenschaften
  • Pädagogische Psychologie

Natürlich ist es verständlich, wenn du beim Gedanken an ein Studium ein wenig zögerst. Hat man einmal die Ausbildung hinter sich und ist im Berufsleben angekommen, gibt es gewisse Dinge, auf die man lieber nicht mehr verzichten möchte oder schlichtweg nicht kann, wie zum Beispiel ein festes Gehalt. Aber auch in diesem Fall musst du nicht auf ein Studium verzichten, wenn es dein Wunsch ist. Denn viele Hochschulen bieten Fernstudiengänge an, die im Bereich Pädagogik absolviert werden können. Diese sind berufsbegleitend und werden mit einem Bachelor of Arts abgeschlossen. Damit hast du die Möglichkeit, deinen Beruf und dein Studium unter einen Hut zu bekommen, auch wenn das herausfordernd sein kann. Du wirst sicherlich lernen, richtig mit deiner Zeit umzugehen und dich selbst zu motivieren. Das kann auch für dein weiteres Berufsleben enorm hilfreich sein. Aber überlege dir am besten vorher, ob du die Zeit und das Geld dafür investieren möchtest.

Das Studium eröffnet dir nach dem Abschluss ein breites Berufs- und Tätigkeitsfeld. Je nachdem was du studierst, hast du die Möglichkeit, neben dem Kindergarten oder der Krippe auch in einer Waldorf- oder einer Förderschule zu arbeiten: Förderpädagoge, Fachlehrer oder Heilpädagoge sind mögliche Berufszweige, die du mit deinem Bachelorabschluss in der Tasche eingeschlagen kannst.

Weiterbildung: vom Erzieher zum Sozialpädagogen?

Gehen wir davon aus, du hast deine staatlich anerkannte Erzieherausbildung gemacht und gemerkt, dass du nicht unbedingt in einer Kindertageseinrichtung arbeiten möchtest. Dir macht der Bereich Pädagogik aber trotzdem Spaß und du möchtest gerne in einer pädagogischen Einrichtung arbeiten. Mit einer mehrjährigen Berufserfahrung hast du die Chance, auch ohne Abitur ein Studium in diesem Fachbereich zu absolvieren – auch als Fernstudium, wenn du das wünscht. Wenn du vor deiner Ausbildung das Abitur erfolgreich abgelegt hast, brauchst du keine Berufserfahrung vorweisen und kannst dich direkt an der Uni einschreiben. Da das Studienfach Pädagogik in der Regel keinen NC hat, musst du dir auch keine Gedanken über deinen Notendurchschnitt machen.

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Schließt du einen Bachelor im pädagogischen Fachbereich ab, stehen dir zahlreiche Jobmöglichkeiten offen: Du kannst zum Beispiel als Führungskraft arbeiten oder Fachlehrer an einer schulischen Einrichtung werden.

Kann ich als Erzieher online eine Fortbildung machen?

Wenn du im Internet nach Weiterbildungsmöglichkeiten für Erzieher bzw. Erzieherinnen suchst, wirst du leicht fündig.

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Aber Vorsicht! Nicht alle Unternehmen sind vertrauenswürdig und bieten dir auch wirklich fundiertes Wissen an, das dir anschließend im Job weiterhilft.

Du findest im Internet zahlreiche frei zugängliche Informationen, die dein Wissen bereichern werden: von Webinaren über Podcasts, Videos und Online-Coachings. Hierbei handelt es sich aber oftmals um Wissen, das du dir in deiner Freizeit aneignest und für das es am Ende kein Zertifikat gibt. Du kannst diese Möglichkeiten nutzen, um dich inspirieren zu lassen, aber sei dir bewusst, dass dieses Engagement von potenziellen Arbeitgebern nicht als offizielle Weiterbildung anerkannt wird.

Grundsätzlich findest du online zwar Kurse mit anschließender Zertifizierung, die dich in bestimmten Bereichen weiterbilden und dich unter Umständen spezialisieren, aber hierbei handelt es sich meist nicht um Aufstiegsweiterbildungen, sondern um Anpassungsfortbildungen.

Wenn du einen Kurs gefunden hast, der dich interessiert, achte auf folgende Punkte, bevor du dich verbindlich und kostenpflichtig zur Fortbildung anmeldest:

  1. Was wird dir in der Fortbildung geboten?
    Achte darauf, dass die Inhalte der Weiterbildung von vornherein klar und deutlich ersichtlich sind. Es ist wichtig, dass du weißt, welche Schwerpunkte der Kurs hat und was das Ziel des Kurses ist. Auch eine Liste möglicher Lernmaterialen, die benötigt werden, solltest du vorher finden. So kannst du dich optimal vorbereiten und auch die Gesamtkosten besser kalkulieren.
  1. Ist das Angebot seriös?
    Bevor du dich für etwas anmeldest und gegebenenfalls direkt zur Kasse gebeten wirst, solltest du prüfen, ob es sich bei dem Anbieter um ein seriöses Unternehmen handelt. Gibt es eventuell allgemein anerkannte Prüfsiegel von einem Testunternehmen? Sind alle Kosten und Inhalte transparent und einfach zu finden? Besteht die Möglichkeit, glaubwürdige Berichte von früheren Teilnehmern zu lesen? Und ganz wichtig: Erhältst du am Ende der Fortbildung eine Urkunde oder ein Zertifikat? Versuche, all diese Fragen vorab zu klären, damit du dir sicher sein kannst, eine gute Weiterbildung online zu belegen, die dir anschließend auch einen wirklichen Mehrwert in deinem Job bringt. Ein seriöses Unternehmen beantwortet dir alle deine Fragen schriftlich oder am Telefon. Auch eine stets aktuell gehaltene Website spricht für einen Anbieter.
  1. Erhältst du eine Urkunde oder ein Teilnahmezertifikat?
    In eine Weiterbildung investierst du Zeit und Geld – darum ist es wichtig, dass du dies auch schwarz auf weiß belegen kannst. Beachte auch in diesem Zuge wieder, dass es sich beim Anbieter deines potenziellen Seminars um eine möglichst renommierte Einrichtung handelt – immerhin steht sein Name später auf deiner Bescheinigung.
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  1. Welche Kosten kommen auf mich zu?
    Ganz wichtig vor dem Antritt einer Weiterbildung sind die Kosten, die damit verbunden sind. Ein vertrauenswürdiger Anbieter legt dir transparent offen, welche Summen auf dich (oder eventuell deinen Arbeitgeber) zukommen. Achte auch auf Fußnoten und Kleingedrucktes, damit später keine bösen Überraschungen entstehen. Eventuelle Materialkosten oder Bücher, die du dir für die Weiterbildung zulegen musst, sollten ebenfalls von Anfang an klar aufgeführt werden.

Welche Aufstiegschancen ermöglicht mir eine Weiterbildung?

Durch eine Aufstiegsweiterbildung oder ein Studium steigen auch deine Aussichten auf eine höhere Position im Erziehungssektor bzw. im Sozialwesen.

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Das bringt nicht nur mehr Verantwortung mit sich, sondern auch bessere Gehaltsaussichten.

Je nachdem, für welchen Bereich du dich interessierst, könnte es allerdings auch sein, dass sich deine potenziellen Arbeitszeiten ändern – überlege dir also vorher, ob du bereit bist, eventuell auch im Schichtdienst oder mit unregelmäßigen Terminen zu arbeiten. Wenn du dich für eine Weiterbildung zum Heilpädagogen entschließt, um beispielsweise in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung zu arbeiten, wirst du womöglich auch sonn- und feiertags zur Arbeit eingeteilt werden.

Wie finanziere ich eine Weiterbildung?

Sprich vor dem Antritt einer Weiterbildung mit deinem Vorgesetzten. Es ist gut möglich, dass deine Einrichtung es fördert, wenn ihre Angestellten ihr Wissen ausbauen und vertiefen möchten – schließlich kommt dies ja auch der Einrichtung zugute.

Vor allem Anpassungsweiterbildungen werden oftmals vom Arbeitgeber finanziell unterstützt.

Anders sieht es bei der Aufstiegsweiterbildung oder dem Studium aus – zumindest, was den Arbeitgeber angeht. Hier kommt allerdings das Aufstiegs-BAföG ins Spiel. Dies steht dir unter bestimmten Voraussetzungen zu und muss auch nur zum Teil zurückgezahlt werden. Oftmals hängt diese Art von BAföG nicht mit dem Einkommen der Eltern zusammen. Informiere dich vor dem Antritt deiner Fortbildung oder deines Studiums beim Bundesministerium für Bildung und Forschung. Hier findest du auch einen praktischen Förderrechner, bei dem du dir ausrechnen lassen kannst, wie viel Zuschuss dir ermöglicht würde.

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Eine weitere Möglichkeit, um dir deinen Bildungsweg im Erziehungswesen zu finanzieren, ist die Bildungsprämie. Diese deckt die Hälfte deiner Kurs- oder Prüfungsgebühren; das Maximum sind 500 €. Am besten eignet sich dieser Finanzierungsweg also, wenn du eine Aufstiegsweiterbildung anstrebst. Auch hierzu findest du alle wichtigen Informationen auf der Website des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Oftmals kommen für dich auch Zuschüsse infrage, die bundeslandspezifisch sind. Informiere dich also über die finanziellen Hilfen, die dir dein Bundesland zur Verfügung stellt.

Perspektivwechsel: Zum Erzieher umschulen?

Viele Menschen merken im Berufsleben, dass sie vielleicht doch lieber einen anderen Job machen würden. Erzieher werden ist dann oftmals eine angestrebte zweite Berufschance für Quereinsteiger. Aber für diesen Berufstraum reicht keine einfache Weiterbildung: Die Ausbildung zum staatlich anerkannten Erzieher oder zur staatlich anerkannten Erzieherin dauert in der Regel drei Jahre. Es handelt sich also um eine Umschulung – nicht um eine Weiterbildung.

Natürlich kannst du die Ausbildung verkürzen, wenn du bereits eine andere Ausbildung in einem pädagogischen Bereich absolviert hast. In manchen Bundesländern kannst du zudem in einer Kindertageseinrichtung arbeiten und ähnliche Aufgaben wie die eines Erziehers übernehmen, auch ohne Erzieherabschluss; trotzdem musst du vorher eine intensive Ausbildung machen, die sich über mehr als ein Jahr erstreckt. Doch auch diese Lernzeit schaffst du, wenn du den starken Wunsch verspürst, auf dem zweiten Bildungsweg Erzieher zu werden!

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