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Welches Studium passt zu mir?

Für bestimmte Berufswege wird ein abgeschlossenes Studium verlangt, beispielsweise um als Psychologe oder Arzt zu arbeiten oder für das Lehramt. Da das Studienangebot weltweit sehr groß ist, stehen viele vor der Frage: Welches Fach ist das richtige für mich und was erwartet mich bei der universitären Ausbildungsform? Damit dir die Entscheidung leichter fällt, findest du hier alle Infos zu Kosten, Dauer und Ablauf des klassischen Studiums. Entdecke außerdem Möglichkeiten, deine Talente zu erkennen, und so den passenden Studiengang für dich zu finden.

Warum sollte ich studieren?

Wenn dir das Lernen Spaß macht und du Freude daran empfindest, dich in einen bestimmten Themenschwerpunkt zu vertiefen, dann ist das Studium die perfekte Ausbildungsform für dich. Im Studium setzt du dich intensiv mit den Theorien deines gewählten Studiengangs auseinander und lernst das wissenschaftliche Schreiben kennen. Außerdem brauchst du für bestimmte Berufsfelder wie Arzt, Psychologe, für das Lehramt oder die Tätigkeit als Anwalt einen akademischen Titel.

Im Gegensatz zur Lehre bereitet dich das Studium nicht auf einen bestimmten Beruf vor, sondern lässt dir viele Möglichkeiten offen.

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Mit einem abgeschlossenen Studium steigst du leichter auf und hast später bessere Verdienstmöglichkeiten als viele Nichtakademiker. Ein weiterer Vorteil des Studiums: Akademiker sind seltener arbeitslos, da sie sich für höherqualifizierte Tätigkeiten eignen und breitflächig einsetzbar sind. Je nach Studium ist die Selbstständigkeit ebenso eine Option.

Viele Studiengänge bieten dir auch die Möglichkeit, dir deinen Stundenplan selbstständig einzuteilen, und du kannst andere Länder und Kulturen kennenlernen, indem du ein Auslandssemester absolvierst. Neben deinen eigentlichen Ausbildungsinhalten lernst du, dich selbst zu organisieren, im Team zu arbeiten, vertiefst ggf. deine Fremdsprachenkenntnisse und bist am Ende geübt im Präsentieren komplexer Inhalte.

Wohnst du nicht bei deinen Eltern, bereitet die Studienzeit dich aufs Arbeitsleben vor. Du finanzierst dir vielleicht mit einem Studentenjob eine Wohnung oder ein WG-Zimmer, sorgst selbst dafür, dass deine Wäsche im Schrank sauber ist, und lernst aus eigenem Antrieb für deine Klausuren.

Wie finde ich den passenden Studiengang für mich?

Die Auswahl an Studiengängen in Deutschland ist groß. So kommt es oft vor, dass Studienanfänger die falsche Entscheidung treffen und ihr Studium im Laufe der Ausbildungszeit wechseln. Mit ein bisschen Vorbereitung schaffst du es jedoch, auf Anhieb dein Traumstudium zu finden.

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Ein guter Ansatzpunkt ist, dich zu fragen, welche Interessen du hast und ob du diesen auch in deinem späteren Beruf nachgehen möchtest – zum Beispiel, wenn du dich gerne mit Vorgängen in der Natur beschäftigst oder gerne zeichnest.

Auf Ausbildungsmessen stellen sich Universitäten, Fachhochschulen und Berufsakademien vor. Dort kannst du Fragen zu den angebotenen Fächern und Studiengängen, den Studienmodellen (Vollzeitstudium, berufsbegleitendes Studium, duales Studium) und den Kosten, die dich erwarten, stellen. Für Schüler und Abiturienten ist der Besuch solcher Ausbildungsmessen oft kostenlos möglich. Wenn du die Möglichkeit bekommst, mit deiner Schule daran teilzunehmen, solltest du die Gelegenheit unbedingt nutzen.

Stärken und Schwächen ausloten

Außerdem kannst du die Auswahl anhand deiner Stärken und Schwächen eingrenzen. Du warst in der Schule nicht so gut in Mathematik? Dann solltest du dich vielleicht nicht für ein Physik– oder Mathematikstudium entscheiden, sondern für ein Studium im kreativen oder medialen Bereich. Mit einer Sprachbegabung kannst du dich in einem entsprechenden Studiengang intensiv mit einer bestimmten Sprache beschäftigen und später einmal als Dolmetscher arbeiten oder Sprachkurse anbieten. Vielleicht wolltest du auch schon immer anderen Menschen helfen? Dann könnte ein Psychologie– oder Medizinstudium das Richtige für dich sein.

Vielleicht kennst du jemanden, der bereits studiert? Dann lass dich an die Universität mitnehmen und schnuppere Universitätsluft. Viele Universitäten bieten die Gelegenheit, sich an einem „Tag der offenen Tür“ probeweise in Vorlesungen zu setzen. Im Zuge von Einstiegsprogrammen kannst du mit erfahrenen Studierenden die verschiedenen Ausbildungsrichtungen erkunden.

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Eine weitere Frage, die du dir stellen solltest: Kommst du mit der Freiheit eines Studiums zurecht oder brauchst du einen geregelten Rahmen, um konstruktiv lernen zu können? Im Gegensatz zu einem weitgehend selbstorganisierten Studium an einer Universität bieten Fachhochschulen Studiengänge mit eher schulisch geregeltem Aufbau.

Möchtest du ein berufsbegleitendes Studium absolvieren, findest du diese Option meist an Fachhochschulen oder Fernhochschulen. Studiengänge an Universitäten sind in der Regel als Vollzeitstudium angelegt, da hier der Fokus auf der wissenschaftlichen Arbeit liegt, während die Fachhochschule zusätzliche Praxismodule bietet.

Auch mithilfe eines Studienwahltests, den du beispielsweise kostenlos auf der Website der Bundeagentur für Arbeit machen kannst, fällt dir die Entscheidung bestimmt leichter. In einem solchen Orientierungstest werden Aspekte wie deine Fähigkeiten, soziale Kompetenzen, berufliche Vorlieben und Interessen abgefragt. Das Testergebnis verrät dir dann, welche Studiengänge für dich mit deinen Neigungen interessant sein könnten. Auch ein anschließendes Beratungsgespräch kann dir bei der Studienwahl weiterhelfen.

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So läuft ein Studium ab

Hast du einen Studienplatz erhalten und dich erfolgreich in deinen Wunschstudiengang eingeschrieben, kannst du dich für Vorlesungen und Seminare anmelden. Dabei wählst du aus deinem vorgesehenen Curriculum die angebotenen Kurse nach deinen Interessen aus. Vollzeitstudierende beschäftigen sich den Großteil ihrer Zeit mit dem Studium. In der Regel investierst du rund 30 Stunden in der Woche in deine Ausbildung. Der erste akademische Titel, den du dir dabei erarbeitest, ist der Bachelor. Er wird dir verliehen, wenn du alle vorgesehenen Kurse in deinem Curriculum erfolgreich abgeschlossen hast und deine Bachelorarbeit positiv beurteilt wurde.

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Neben dem Vollzeitstudium gibt es das berufsbegleitende Studium. Möchtest du neben dem Studium mit einer höheren Stundenanzahl arbeiten, ist das die optimale Form für dich. Beim berufsbegleitenden Studium finden Vorlesungen am Wochenende statt, damit du unter der Woche arbeiten kannst. Du solltest dabei nicht mehr als 20–30 Stunden pro Woche arbeiten, um sowohl dein Studium als auch deine Arbeit souverän meistern zu können.

Nach deinem ersten akademischen Titel hast du die Berechtigung zum weiterführenden Studium erlangt.

Entscheidest du dich dafür, wird dir nach erfolgreichem Abschluss der Master verliehen. Viele Betriebe sind bereit, Bewerbern mit einem Master-Abschluss ein höheres Gehalt zu bezahlen. Es lohnt sich also, Zeit in deine Bildung zu investieren. Interessierst du dich für die wissenschaftliche Forschung, kannst du nach dem Master ein Doktorat in deinem Fach anschließen.

Eine besondere Form des Studiums ist das duale Studium. Hier kombinierst du Theorie und Praxis. Dabei erwirbst du Praxiserfahrung in einem Unternehmen, mit dem du einen Ausbildungsvertrag abschließt, und erwirbst theoretisches Fachwissen an einer dualen Hochschule. Für die Anmeldung zu einem dualen Studiengang gelten in der Regel die gleichen Voraussetzungen wie für ein reguläres Bachelorstudium.

Wie lange dauert ein Studium?

Das Bachelorstudium sieht eine drei– bis vierjährige Ausbildungszeit (6–8 Semester) bis zu deinem akademischen Titel vor. Arbeitest du neben deinem Studium, kann es sein, dass sich die Ausbildungszeit um ein weiteres Jahr verlängert. Für den Master sind zwei bis drei weitere Jahre Studium vorgesehen.

Möchtest du noch eine Promotion für einen Doktortitel anschließen, musst du mit weiteren vier bis fünf Jahren rechnen.

Einige Studiengänge brechen aus diesen Regelstudienzeiten aus, so zum Beispiel das Medizinstudium. Hier studierst du in der Regel zwölf Semester bis zu deinem Doktortitel. Nach den sechs Jahren Studium hast du die Möglichkeit, dich auf einen ausgewählten Fachbereich zu spezialisieren. Die Spezialisierung erfolgt im Klinikalltag und dauert zwischen fünf und sechs Jahren. Im Vergleich zur Lehre investierst du also wesentlich mehr Zeit bis zu deinem Abschluss.

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Prüfungen und Abschluss

Im Laufe deines Studiums musst du Prüfungen absolvieren und Aufgaben in Form von wissenschaftlichen Arbeiten oder Essays schreiben. Diese legst du in der Regel an deiner Hochschule ab. Die Bachelorarbeit ist die letzte Prüfungsleistung. Für den Master nimmst du an der Masterprüfung teil. Hierzu musst du deine wissenschaftliche Arbeit vor einem Kommissariat verteidigen, bevor dir der Mastertitel verliehen wird. Deine Dozenten werden auch prüfen, ob du die Inhalte deines Studiums und deiner Masterarbeit wirklich verinnerlicht hast.

Der genaue Ablauf der Masterprüfung kann je nach Universität unterschiedlich organisiert sein. Im Zweifelsfall lohnt sich ein Blick in die Prüfungsordnung deiner gewählten Universität. Diese beinhaltet auch Hinweise zur Prüfungsanmeldung und benennt die zuständigen Prüfer.

Weiterbildungen nach dem Studium

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In bestimmten Branchen kann es notwendig sein, sich nach dem Studium mit Workshops und verkürzten Studiengängen weiterzubilden. Erforderlich ist das vor allem in der Medizin oder in der Informatik. Aber auch wenn du einen geisteswissenschaftlichen Studiengang wie Literatur belegt hast, unterstützen dich Weiterbildungen dabei, dich tiefergehend in deinen Fachbereich einzuarbeiten.

Zudem hast du die Möglichkeit, Kompetenzen auszubilden, die dir in deinem Studium vielleicht nicht vermittelt wurden, aber von gewissen Unternehmen für den Berufseinstieg verlangt werden.

Viele Universitäten bieten nach dem Studium Lehrgänge an, mit denen du dich berufsbegleitend weiterbilden kannst.

Voraussetzungen für einen Studienplatz

Damit du dich in einen Bachelorstudiengang einschreiben kannst, benötigst du ein Abitur, die fachgebundene Hochschulreife oder die Fachhochschulreife. Diese hast du entweder im Zuge einer weiterführenden Schule erworben oder du holst sie in der Abendschule nach. Zum Teil kannst du auch mit einem Meistertitel in einem fachnahen Studiengang studieren.

Überschreitet die Zahl der Bewerbungen die freien Plätze an einer Universität, kann sie vom Numerus clausus Gebrauch machen. Das heißt, dass die Universität die Aufnahme beschränkt und diese nur mit einem bestimmten Notenschnitt im Abiturzeugnis erlaubt. Teilweise kommt noch eine Aufnahmeprüfung hinzu. Das ist bei überlaufenen Studiengängen wie Medizin, Pharmazie, Tiermedizin und Zahnmedizin häufig der Fall.

Für das weiterführende Studium (Masterstudium) ist es Voraussetzung, dass du deinen ersten akademischen Titel bereits erhalten hast.

Was kostet es zu studieren?

Studierende haben während ihrer Studienzeit viele Ausgaben: Miete, Fachbücher und Lebensmittel, Tickets für öffentliche Verkehrsmittel oder die Tankfüllung. Ein Studium mit zehn Semestern kostet im Durchschnitt 47.640 €. Pro Monat bedeutet das für einen Studenten Kosten von ca. 800 €. Hast du nicht die Option, bei deinen Eltern zu wohnen, macht die Miete den größten Kostenpunkt aus. Circa 323 € gibt ein Student pro Monat für die Miete einer Studentenwohnung bzw. eines WG-Zimmers aus – die tatsächliche Miethöhe kann natürlich je nach Studienort sehr unterschiedlich ausfallen.

Am teuersten ist das Studieren in München: Dort musst du mit 15 € pro Quadratmeter rechnen.

Zusätzlich erheben alle Universitäten und Hochschulen einen sogenannten Semesterbeitrag, mit dem das Studierendenwerk Wohnheime, Kitas oder Mensen bezuschusst und Verwaltungsgebühren deiner Hochschule abdeckt. Du kannst hier mit einem Betrag von 140 € bis 440 € pro Semester rechnen.

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Wie finanziert man das Studium?

Viele Studierende arbeiten neben dem Studium in der Gastronomie oder im Verkauf. Während der Semesterferien bietet es sich an, Praktika zu absolvieren, um relevante Berufserfahrung zu sammeln. Manche Unternehmen schätzen Studierende auch als Arbeitskraft und bieten Werkstudentenverträge an. Kannst du einen solchen ergattern, arbeitest du in einem Beruf mit Relevanz für dein Studium und erhältst ein Gehalt mit fixem Stundensatz.

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Ist das Studium gesetzlich geregelt?

Das Studium unterliegt in Deutschland dem Hochschulrahmengesetz und erlegt dem Studenten Pflichten auf, sichert aber auch seine Rechte. Es umfasst alle privaten und öffentlichen universitären Einrichtungen. Neben den grundsätzlichen Aufgaben der Hochschulen wird auch deren Rechtsstellung und die Mitgliedschaft an der Hochschule geregelt. Definiert ist darüber hinaus die Zulassung zu Studiengängen an deutschen Hochschulen. Universitäten sind verpflichtet, sich an die darin verfassten Regeln zu halten. Diese Regeln umfassen auch die vorgesehene Studienzeit, die Vergabe der akademischen Titel und die Aufnahmeprüfungen.

Welche Vorteile hat es zu studieren?

In Laufe deines Studiums erwirbst du durch die Teilnahme an Vorlesungen und Prüfungen eine nachweisbare Expertise in deinem Studienfach. Das Studium bietet dir die Freiheit, dich mit Inhalten auseinanderzusetzen, die dich interessieren, und wissenschaftliche Forschung zu betreiben. Zum Teil lässt sich die Ausbildung dadurch sehr flexibel gestalten und an spätere benötigte Kompetenzen anpassen. Dein Studium an einer Universität unterliegt nur einem groben Curriculum, ist aber mit weniger Zwängen und mit mehr Freiheit verbunden als die Ausbildung an einer Berufsschule.

Weitere Vorteile, die für ein Studium sprechen, sind:

  • Soft Skills: Während deines Studiums wirst du Referate halten, an Forschungsprojekten teilnehmen, Gruppenarbeiten absolvieren und für Klausuren lernen. Damit baust du deine organisatorischen und kommunikativen Fähigkeiten aus. Ein erfolgreiches Studium zeigt, dass du diszipliniert arbeiten kannst. Im Berufsleben werden sich diese Kompetenzen bezahlt machen. Außerdem weiß dein späterer Arbeitgeber, dass du in der Lage bist, selbstständig zu arbeiten.
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  • Akademischer Titel: Mit einem Studienabschluss erwirbst du die Möglichkeit, wissenschaftlich zu forschen. In vielen Unternehmen bringen akademische Titel aber auch die Qualifikation mit sich, verantwortungsvollere Tätigkeiten zu übernehmen und eine bessere Bezahlung einfordern zu können.
  • Zeit dich zu orientieren: In den Ferien zwischen den Semestern hast du Zeit, anhand von Praktika relevante Berufserfahrung zu sammeln. Indem du in verschiedene Berufsfelder hineinschnupperst, fällt es dir leichter, dich zu orientieren, welchen Job du dann schlussendlich ausüben möchtest. Auslandssemester und freiwillige soziale Aktivitäten (wie ein Buddy-Programm für Austauschstudierende oder für Studierende mit Migrationshintergrund) ergänzen deinen Lebenslauf und deine Erfahrungen.
  • Vergünstigungen für Studierende: Das sollte zwar nicht der Hauptgrund sein, dich für ein Studium einzuschreiben, aber: Als Student:in erhältst du Vergünstigungen auf Kulturveranstaltungen, auf Tickets für öffentliche Verkehrsmittel, auf den Abschluss von Zeitungsabos oder auf Kinokarten und dergleichen. Banken bieten für eingeschriebene Studierende eigene Konten, die kostenlos sind oder geringfügigere Gebühren haben. So kannst du deine Lebenskosten insgesamt minimieren.
  • Kontaktnetzwerk ausbauen: Der wohl größte Vorteil des Studierens: Du triffst auf Gleichgesinnte. In der Regel haben Studierende, die sich für einen Studiengang einschreiben, die gleichen Interessen, wodurch sich Freundschaften aber mitunter auch spätere berufliche Chancen ergeben können.

Nachteile des Studierens

Da das Universitätsstudium eine rein theoretische Ausbildung darstellt, bereitet es dich weniger auf einen spezifischen Beruf vor, sondern liefert dir nur fachlichen Input. Praktische Erfahrungen musst du im Zuge deines Studiums selbst sammeln. Das kann je nach Studienfach schwierig sein, insbesondere im geisteswissenschaftlichen Bereich. In diesem Fall ist das Studium keine Garantie für eine Anstellung. Das kann stressig werden, denn der Übergang in den Beruf ist beim Studium weniger flüssig als bei einer Lehre. Vor dem Traumberuf kommt es nicht selten zu beruflichen Umwegen.

Einen guten Mittelweg bietet hier das Studium an einer Fachhochschule oder ein duales Studium. Hier werden theoretische Fächer mit Pflichtpraktika, Projekten oder mit einer dauerhaften betrieblichen Tätigkeit kombiniert. Du erhältst mit einem solchen Studium also nicht nur theoretische Kenntnisse auf deinem Fachgebiet, sondern kannst diese auch in der Praxis umsetzen.

Im Vergleich zu anderen Ausbildungsformen fordert dich das Studium über einen längeren Zeitraum hinweg. Statistiken zeigen, dass 30 Prozent der Studierenden das Studium abbrechen oder ihr Erststudium wechseln. Das hängt mit einer falschen Erwartungshaltung zusammen: Anstatt intellektueller Forderung erfahren manche Studierende eine Überforderung und stoßen beim durchgängigen Lernen an ihre Grenzen. Du solltest dir schon zu Beginn die Frage stellen, ob dir das Lernen Spaß macht oder ob du lieber praktisch arbeitest. Ein höheres Gehalt und bessere Karrierechancen können verlockend sein, aber auch ohne akademische Ausbildung kann man ähnliche Erfolge auf dem Karriereweg erzielen.

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Nicht zu unterschätzen sind die Kosten, die für ein Studium anfallen. Da du neben einem Vollzeitstudium nur wenig arbeiten kannst, solltest du über längere Zeit mit Entbehrungen auskommen können. Gerade wenn du nicht zu Hause wohnen kannst und Miete bezahlen musst. Um Studium und Studentenjob gleichzeitig bewältigen zu können, braucht es viel Disziplin und Ausdauer.

Welche Alternativen gibt es zum Studium?

Du möchtest lieber direkt ins Berufsleben einsteigen und dein eigenes Geld verdienen? Dann gibt es auch andere Optionen als das Studium. Du kannst zum Beispiel zuerst eine Berufsausbildung beginnen und danach, wenn du wieder Freude am Lernen hast, ein Studium anhängen. In diesem Fall kannst du dir deine Arbeitserfahrung anrechnen lassen und die Zeit bis zum akademischen Titel verkürzen. Vielleicht hast du dann auch schon eine Idee, in welche Richtung dein Studium gehen soll!

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Berufsausbildung

Aufgrund des in vielen Branchen vorherrschenden Fachkräftemangels sind Abiturienten, die sich für eine Ausbildung entscheiden, gerne gesehen. Besonders in handwerklichen Berufen ist eine Karriere auch ohne Studium möglich. Im Gegensatz zum Studium ist die Ausbildung auch in großen Teilen praktisch, weniger theoretisch. Neben deinem regulären Arbeitsalltag besuchst du die Berufsschule. Die fachlichen Inhalte sind spezifisch auf deinen Beruf zugeschnitten und erleichtern dir den Berufseinstieg.

Freiwilliges Soziales Jahr

Du interessierst dich dafür, mit Menschen zu arbeiten, weißt aber nicht so genau, ob du dafür geeignet bist? Dann könnte dir ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) bei der Entscheidung helfen. In diesen zwölf Monaten arbeitest du in einer sozialen Einrichtung, zum Beispiel beim Roten Kreuz, bei den Maltesern oder in einem Krankenhaus, und erhältst eine Vergütung dafür. In den Einrichtungen wirst du mit fordernden und mitunter auch psychisch belastenden Situationen konfrontiert. Macht dir die Arbeit trotzdem Spaß, weißt du, dass ein Studium im sozialen Bereich wie Psychologie oder Krisenhilfe, aber auch im medizinischen Bereich eine Option für dich ist.

Solltest du dich eher für Umweltthemen interessieren, gibt es das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ), das auf derselben Basis funktioniert.

Gap Year oder Auslandspraktika

Beim Gap Year oder Auslandspraktikum startest du nicht direkt mit deiner Ausbildung, sondern nutzt ein Jahr dazu, im Ausland andere Kulturen und Lebensweisen kennenzulernen. Du schnupperst in Ruhe in verschiedene Berufe hinein und erholst dich von der langen Lernzeit fürs Abitur. Du verbesserst damit deine Sprachkenntnisse und wer weiß, vielleicht entdeckst du dabei deinen Traumjob und das dafür passende Studium.

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