Studierende haben mit vielen Vorurteilen zu kämpfen. Das hartnäckigste darunter: Sie liegen dem Staat nur auf der Tasche. Ein Blick auf die Zahlen beweist das Gegenteil, denn selten haben Studierende so viel zusätzlich arbeiten müssen, um sich das Studium zu finanzieren.
Inhaltsverzeichnis
- Wo drückt der Geldbeutel? Hauptkosten im Studierendenalltag
- Mit diesen Spar-Hacks Finanzhürden im Studium reduzieren
- Keine falsche Bescheidenheit
- Sparen ohne Verzicht: Ein Bachelorstudium ohne Geldsorgen ist möglich
Besonders Bachelor-Studierende sollten sich jedoch möglichst ohne Ablenkung auf Prüfungen und Semesterleistungen konzentrieren können, ohne ständig an Nebenjobs denken zu müssen. Mit unseren Finanztipps sorgst du dafür, dass es in deinem Studium vor allem ums Studieren und nicht um Geldsorgen geht.
Wo drückt der Geldbeutel? Hauptkosten im Studierendenalltag
Die neue Wohnung ist bezogen, der Semesterbeginn rückt näher und erste Freunde hast du schon gemacht. Spätestens jetzt wird dein Budget an den roten Zahlen kratzen und damit bist du nicht allein. Das Deutsche Studierendenwerk warnte schon 2024, dass 36 Prozent der Studierenden von Armut bedroht sind.
Das Statistische Bundesamt nennt zur studentischen Finanzsituation noch konkretere Zahlen: Die Hälfte aller Studierenden mit eigener Haushaltsführung muss monatlich mit weniger als 867 Euro auskommen. Schaust du dir die Hauptkostenpunkte genauer an, wird schnell klar, woher das Klischee vom Bettelstudenten kommt, denn Studieren ist auch ohne Studiengebühren kein Schnäppchen:
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Hauptkostenpunkte |
Kosten in Euro |
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Wohnkosten inklusive Nebenkosten |
ca. 300 bis 900 Euro monatlich |
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Semesterbeitrag |
ca. 170 bis 430 Euro pro Halbjahr |
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Haushaltskosten inklusive Essen und Trinken |
ca. 200 bis 300 Euro monatlich |
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Fortbewegung / Öffentliche Verkehrsmittel |
ca. 40 bis 160 Euro monatlich |
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Freizeit, Hobby, Kultur, Clubaktivitäten |
ca. 60 bis 100 Euro monatlich |
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Arbeitsausstattung (Laptop, Tablets, Smartphone) |
ca. 350 bis 1.200 Euro einmalig |
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Studienzubehör (Bücher, Ausdrucke, Leihgebühr) |
ca. 20 bis 90 Euro |
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Gesamtkosten durchschnittlich |
ca. 1.100 bis 1.600 Euro monatlich |
Mit einem durchschnittlichen Budget von 867 Euro nagen viele Studierende wahrlich am Hungertuch. Kommen dann noch Auslandssemester oder Reisen hinzu, wird es finanziell richtig eng. Zusätzliche Einkommensquellen und Sparmöglichkeiten müssen also her, um den Uni-Alltag überhaupt finanziell zu meistern. Aber welche?
Mit diesen Spar-Hacks Finanzhürden im Studium reduzieren
Mit etwas Geschick und Budgetplanung lässt sich zumindest ein Teil der Hauptkosten bezahlbarer machen. Dafür musst du wissen, an welchen Ecken und Enden du im Bachelor überhaupt sparen kannst:
- Sparwunder Studentenwohnheim: Lokale Studierendenwerke stellen dir eine große Zahl an Zimmern in Studentenwohnheimen bereit – und das zu studierendengerechten Mieten zwischen 250 bis 450 Euro warm im Monat. Hier solltest du dich bereits bewerben, sobald der Studienort feststeht. Ein Zulassungsbescheid ist zwar in der Regel die Voraussetzung, doch viele Studierendenwerke akzeptieren auch ein Nachreichen des Bescheids. Da die Wartelisten oft Hunderte Bewerber umfassen, fang mit der Suche und Bewerbung so früh wie möglich an, denn im Wohnheim kannst du Hunderte Euro Miete sparen. Fürs Wintersemester empfiehlt sich eine Bewerbung ab April/Mai, fürs Sommersemester ab Oktober/November.
- Gürtel nicht enger schnallen und trotzdem satt: Wer viel studiert, muss gut essen. Das muss dir finanziell aber nicht auf den Magen schlagen, wenn du vorausschauend und verschwendungsarm einkaufst. Nutze zum Beispiel saisonale Rabatte, günstige Eigenmarken oder heruntergesetzte Lebensmittel vor Ladenschluss. Auf Wochenmärkten kannst du zudem gezielt auf Vorrat einkaufen. In einer WG lohnt sich eine gemeinsame Haushaltskasse und auch mit vergleichsweise günstigem Mensaessen sparst du Kosten.
- Mit Öffis und Fahrrad unterwegs: Deine Semestergebühr deckt auch dein Semesterticket ab, mit dem du pro Halbjahr bundesweit den öffentlichen Personennahverkehr nutzen kannst. Mach davon also viel Gebrauch. Ein eigenes Fahrrad kann dir zusätzlich Kosten sparen und dich gleichzeitig fit halten.
- Rabatte, Rabatte, Rabatte: Für Studierende gibt es vielerorts Rabatte und Tarife, beispielsweise in Kultureinrichtungen, Kinos oder Sportstätten. Hol dir auch den kostenfreien internationalen ISIC-Studierendenausweis, mit dem du weltweit in über 130 Ländern Studierendenrabatte in Anspruch nehmen kannst.
- Haushaltsbuch und Studierendenkonto: Ordnung ist das halbe Leben – auch im Bachelor. Führe ein Haushaltsbuch, digital oder klassisch auf Papier, um Ausgaben, Fixkosten und dein Budget immer im Blick zu haben und Einsparmöglichkeiten zu erkennen. Richte dir vor Studienbeginn auch ein eigenes Konto für Studierende ein, um deine Finanzen besser im Blick zu haben. Ein Studierendenkonto ist oft bis 28 Jahren kostenlos und kommt mit gebührenfreien Kredit- und Debitkarten, mit denen du selbst im Ausland kostenlos Geld abhebst.
- Günstiger versichert: An einigen Versicherungen führt im Studium kein Weg vorbei. Eine Krankenversicherung ist zum Beispiel unbedingt notwendig. Bis zum 25. Geburtstag bleibst du über deine Eltern kostenfrei in der Familienversicherung. Danach benötigst du eine Studentische Pflichtversicherung mit Studierendentarif. Eine weitere wichtige Versicherung, die du auch langfristig brauchst, ist die Berufsunfähigkeitsversicherung, die zwar nicht über die Eltern läuft, dafür jedoch Studierendentarife bereithält.
Keine falsche Bescheidenheit
Stipendien gibt es in Deutschland so einige, doch viele Studierende versuchen gar nicht erst, sich darauf zu bewerben – teilweise, weil sie glauben, nur Einserstudierende hätten eine Chance, und teilweise, weil sie sich kaum mit verfügbaren Stipendien auseinandersetzen. Vor allem kleinere Stiftungen stellen Mittel zur Verfügung, die oft gar nicht abgerufen werden, weil selbige für große Werbung nicht reichen und es dadurch an Bewerbern fehlt. Wenn du dir rechtzeitig einen Überblick zu Stipendien verschaffst, kannst du dir dein Studium fördern lassen, ohne dass du wie beim Bafög einen Teil zurückzahlen musst. Eine Stipendienübersicht findest du beispielsweise bei den DAAD-Stipendienprogrammen, bei der myStipendium-Plattform oder bei der Stipendien-Datenbank e-fellows.
Sparen ohne Verzicht: Ein Bachelorstudium ohne Geldsorgen ist möglich
Noch bevor dein erster Tag im Bachelor-Studium anbricht, kannst du dir geldtechnisch viele Sorgen ersparen, wenn du Einsparmöglichkeiten und die Finanzierung des Studiums rechtzeitig angehst. Dazu zählen in jedem Fall ein Budgetplan und ein Haushaltsbuch, mit denen du immer im Blick behältst, welche Ausgaben pro Monat und Semester auf dich zukommen und wieviel Budget dir dafür zur Verfügung steht. So kannst du jeden Monat kleinere Beträge als Notgroschen zur Seite legen, beispielsweise auf einem kostenlosen Tagesgeldkonto, das mit deinem Girokonto verknüpft wird und für das du sogar vergleichsweise gute Zinsen bekommst. Ganz gleich, wie du im Bachelor sparst, eine gute Vorbereitung ist im wahrsten Sinne die halbe Miete.