Schüler auf einem modernen Campus
© neirfy | AdobeStock

Innovative Raumkonzepte für moderne Bildungseinrichtungen: Ein Blick in die Zukunft

Wie können die Bildungseinrichtungen der Zukunft aussehen? Modulares Bauen könnte die nachhaltige und kosteneffiziente Antwort auf diese Frage sein!

Inhaltsverzeichnis

Bildung soll modern sein und die zunehmende Digitalisierung nachbilden. Im Idealfall halten die Schulen mit der Industrie Schritt und bieten so eine Zukunftsperspektive. Geht es nach dem Zustand vieler Schulen und Bildungseinrichtungen, steckt Deutschland allerdings im Vorgestern fest. Der Modernisierungsstau ist in einigen Einrichtungen so groß, dass einzelne Zimmer gesperrt werden. Durch Vorteile wie eine hohe Kosteneffizienz kann die Modulbauweise Abhilfe schaffen. Wo spielt diese Bauweise ihre Vorteile noch aus und was ist bei der Umsetzung grundsätzlich zu beachten?

Hochschule Amberg

Ein Blick auf die Technische Hochschule Amberg. Wie können moderne Schul- und Universitätsgebäude gestaltet werden? Die Modulbauweise dürfte in Zukunft einen entscheidenden Beitrag leisten.

Bildquelle: andreas160578 / Pixabay.com

Modulares Bauen: Ein Zukunftskonzept

Moderne Anforderungen an Brandschutz, Life-Cycle-Cost oder die Bauzeit machen auch das Bauen für die öffentliche Hand zu einer echten Herausforderung. Effiziente Bewirtschaftung in Zeiten steigender Energiekosten, eine geringstmögliche Belastung mit Schadstoffen und möglichst kurze Projektzeiten – mithilfe der modularen Bauweise lassen sich viele Anforderungen unter einen Hut bringen. Was steckt hinter dem Begriff modulares Bauen?

Modulares Bauen ist eine Bauweise im Hochbau. Dreidimensionale Raummodule, unter industriellen Bedingungen produziert, werden als vorgefertigte Bauteile auf der Baustelle nach dem Baukastenprinzip zusammengefügt. Jedes Modul entspricht einer vorgefertigten Raumzelle – oft schon mit Elementen wie Decke, Wänden, Fenstern oder Böden, Türen. Selbst die Installationen lassen sich bereits vorfertigen und integrieren. Am Bauplatz erfolgt die unkomplizierte und Verbindung der Module mit anderen Modulen – der Grund für die kurze Bauzeit.

Individuelle Lösungen von Kita bis Hochschule

Dank dieser besonderen Bauweise ist der Aufwand, den Bauherren rund um den Bauplatz betreiben, deutlich geringer. Parallel dazu sind die Kosten für öffentliche Gebäude niedriger. Schätzungen gehen dahin, dass mithilfe der Modulbauweise allein bei der Bauzeit die Einsparung zwischen 20 Prozent und 50 Prozent liegt. Außerdem ist eine finanzielle Entlastung von bis zu 20 Prozent möglich.

Experten gehen in den nächsten Jahren von einer deutlich steigenden Nachfrage für Modulhäuser aus. Das Marktvolumen wird auf mehr als 110 Milliarden Euro geschätzt. Besonders für den öffentlichen Neubausektor, der auch mit dem Instandhaltungs- und Modernisierungsrückstand im Bildungssektor zurechtkommen muss, klingen die Vorteile verlockend.

Der Vorteil: Über die Modulbauweise lassen sich sehr individuelle Ansprüche erfüllen – ohne die Vorteile aus der Hand zu geben. Schulen, Hort-Gebäude oder Kitas und Hochschulen profitieren von der Erfahrung der Modulbau-Hersteller. Innovative Konzepte lassen sich hier genauso realisieren wie moderne und offene Konzepte, mit denen eine angemessene Lernumgebung entsteht.

Nachhaltigkeit: Auch bei Schulgebäuden unerlässlich

Beim Bauen sind die Hürden in den letzten Jahren deutlich höher geworden. Gerade mit Blick auf die Klimaziele, welche sich die Bundesregierung setzt, werden die Kosten im Neubau höher. An der öffentlichen Hand macht dieser Trend nicht halt. Es geht nicht nur um die Frage, wie sich einfach Energie einsparen lässt.

Für den Neubau von Schulen oder Kitas zählen:

  • Effizienz
  • niedrige Bewirtschaftungskosten
  • Schadstofffreiheit
  • moderne Raumnutzung
  • Nachhaltigkeit

Letztere ruht auf verschiedenen Säulen – wie umwelt- und klimaschonenden Baustoffen. Beim Bauen mit Beton entstehen hohe Emissionen an Kohlendioxid. Holz als nachwachsender Rohstoff rückt, auch durch den positiven Einfluss auf das Raumklima, wieder in den Mittelpunkt.

Gerade im Hinblick auf Bildungseinrichtungen lässt sich der Nachhaltigkeitsaspekt in eine besondere Richtung entwickeln. Schulen können moderne Ansätze im Hinblick auf Urban Gardening in die Planung einfließen lassen. Nachhaltigkeit verfolgt im Zusammenhang mit der Modulbauweise noch einen weiteren Ansatz: Eine möglichst lange Lebensdauer. Die Vorteile des modularen Bauens dürfen am Ende nicht zulasten der Witterungsbeständigkeit gehen. Das bedeutet: Es sind innovative Lösungen gefragt, die genau diesen Problemen Rechnung tragen.

Fazit: Modular Schulen und Kitas bauen

In Deutschland müssen viele Schulen und Bildungseinrichtungen modernisiert werden. Leider werden die Maßnahmen oft immer weiter aufgeschoben, weil das Geld in den öffentlichen Kassen fehlt. Irgendwann ist es für „ein bisschen Farbe“ jedoch einfach zu spät. Es muss an den Neubau gedacht werden. Im Planungs- und Vergabeverfahren vergeht leider viel Zeit – zusätzlich zur eigentlichen Bauzeit. In den letzten Jahren hat auch die öffentliche Hand die Modulbauweise wiederentdeckt. Ein altes Konzept mit verschiedenen Vorteilen. Neben einer kurzen Bauphase lässt sich eine hohe Kosteneinsparung über den gesamten Lebenszyklus erreichen – bei einer nachhaltigen und modernen Raumnutzung.

Simona Oehl

Zum Autorenprofil

Teste deine Interessen! Jetzt starten

Beitrag teilen

Zurück