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Duale Ausbildung – was ist das?

Der Weg in die Berufstätigkeit führt für viele junge Menschen über eine duale Ausbildung, auch als betriebliche Ausbildung bekannt. Doch was verbirgt sich dahinter? Einfach gesagt, sind duale Ausbildungen Berufsausbildungen, die dich in Theorie und Praxis auf einen bestimmten Ausbildungsberuf oder einen konkreten Berufszweig vorbereiten. Wie eine solche duale Ausbildung abläuft und was dich während der Ausbildungszeit erwartet, erfährst du hier.

Was ist eine duale Ausbildung?

Eine duale Ausbildung trägt deshalb die Bezeichnung „dual“, weil sie gleich zwei Lernorte vereint: deinen Ausbildungsbetrieb und die Berufsschule. Hunderte Ausbildungsberufe, die in Deutschland staatlich anerkannt sind, folgen diesem dualen System.

In der Berufsfachschule steht die theoretische Wissensvermittlung auf dem Lehrplan. Du erlernst in abwechslungsreichen Unterrichtsstunden das Fachwissen, das du in deinem späteren Beruf benötigst. Im ausbildenden Unternehmen erwirbst du vom ersten Ausbildungsjahr an praktische Fertigkeiten. Diese berufspraktischen Kenntnisse vertiefst du im Laufe der Ausbildung zunehmend.

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Deinen Ausbildungsbetrieb kannst du dir selbst aussuchen, denn auf Ausbildungsplätze musst du dich – genau wie auf andere Jobs – bewerben. Welche Berufsschule du besuchst, hängt dann davon ab, wo du arbeitest. In den meisten Fällen besuchst du eine Berufsschule in deiner näheren Umgebung. Abweichungen können entstehen, wenn dein Betrieb einer anderen Region zugehört oder wenn dein Beruf nicht an nahegelegenen Berufsschulen unterrichtet wird. Dann kann es passieren, dass du etwas größere Strecken zu deiner Berufsschule zurücklegen musst. Am besten erkundigst du dich deshalb direkt im Vorstellungsgespräch bei deinem potenziellen Arbeitgeber, welche Berufsschule für dich vorgesehen wäre.

Stellt dich ein Betrieb ein, giltst du fortan als Auszubildende oder Auszubildender. Gängig ist auch die Kurzform „Azubi“. Gelegentlich hörst du außerdem noch den etwas angestaubten Begriff „Lehrling“, der früher für Auszubildende geläufig war.

Warum eine duale Ausbildung absolvieren?

Duale Ausbildungen ermöglichen dir eine besonders gelungene Mischung aus theoretischem und praktischem Lernen. Im Gegensatz zu anderen Ausbildungsarten kannst du alles, was du in der Berufsfachschule lernst, anschließend in der Praxis umsetzen und noch die eine oder andere vertiefende Erklärung von erfahrenen Kollegen und Kolleginnen einholen. Diese direkte Verbindung von Theorie und Praxis ist, was die duale Ausbildung so besonders macht.

Dass du schon während der Ausbildungszeit Berufserfahrung sammelst, kann zum wichtigen Argument am Arbeitsmarkt werden. So bereitet eine duale Ausbildung dich gut auf deine spätere Karriere vor – eventuell sogar im bekannten Betrieb, falls du nach deiner Abschlussprüfung übernommen wirst.

Duale Ausbildung: Ablauf

Den angestrebten Wechsel zwischen Theorie und Praxis schaffst du, indem du regelmäßig zwischen deiner Berufsschule und deinem Ausbildungsbetrieb hin– und herwechselst. Zwei Modelle gibt es dabei:

  • Entweder besuchst du jede Woche ein paar Tage die Schule und arbeitest an den anderen Tagen im Unternehmen.
  • Oder du besuchst die Berufsschule für mehrere Wochen in Folge, erhältst also Unterricht in Blockform, und wechselst anschließend wieder in den Betriebsalltag zurück.

Wenn du innerhalb jeder Woche zwischen Schule und Arbeit wechselst, überwiegt in der Regel der Anteil im Betrieb. Das heißt, du arbeitest drei bis vier Tage und verbringst ein bis zwei Tage mit Schulunterricht. Lernst du hingegen im Blockunterricht, liegen die schulischen Phasen weiter auseinander. Dazwischen kannst du dich auf deine praktische Ausbildung konzentrieren.

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Egal, welches Modell deine Berufsschule verfolgt: Dein ausbildender Betrieb muss dich für den Besuch der Berufsschule freistellen. Dazu ist er laut BBiG (Berufsbildungsgesetz) verpflichtet.

Überbetriebliche Ausbildung

Weitere Abwesenheiten vom Betrieb können durch die sogenannte überbetriebliche Ausbildung (ÜBA) entstehen. In immer mehr Ausbildungsberufen kommt es vor, dass dein Betrieb dir nicht alle in der Ausbildungsordnung geforderten Inhalte vermitteln kann – zum Beispiel, weil dein Betrieb sich auf einen Teilbereich des Gewerbes spezialisiert hat. Damit dir daraus kein Nachteil entsteht, haben die Handwerkskammern und –innungen eigene Werkstätten eingerichtet. Dort können Auszubildende verschiedener Unternehmen zusammenkommen und überbetriebliche Lehrgänge besuchen.

Aufs Jahr gerechnet, verbringst du bei Bedarf bis zu vier Wochen in solchen überbetrieblichen Lehrgängen. Die Zeit zählt als Arbeitszeit und muss im Betrieb nicht nachgeholt werden.

Wie lange dauert eine duale Ausbildung?

Eine duale Ausbildung kann zwischen 2 und 3,5 Jahren dauern. Welche Ausbildungsdauer für deinen Wunschberuf gilt, ist in der entsprechenden Ausbildungsordnung festgelegt. Allerdings sind die dort festgehaltenen Zahlen nicht in Stein gemeißelt. Denn unter Umständen kannst du eine Ausbildungsverkürzung beantragen. Berufsspezifische Vorkenntnisse, ein höherer Schulabschluss oder sehr gute Schulnoten sind zum Beispiel valide Argumente dafür, dass sich die Ausbildungsdauer um mehrere Monate verkürzen kann.

Eine solche Verkürzung musst du bei der zuständigen Stelle beantragen und auch dein Ausbildungsbetrieb muss zustimmen. Wenn du glaubhaft machen kannst, dass du das Ausbildungsziel in kürzerer Zeit erreichen kannst, ist eine Verkürzung der Ausbildungszeit um bis zu 12 Monate möglich, wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind.

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Prüfungen und Abschluss

Im Laufe deiner dualen Berufsausbildung musst du zwei wichtige Prüfungen bestreiten: die Zwischenprüfung und die Abschlussprüfung.

Die Zwischenprüfung erwartet dich – wie der Name schon andeutet – nach der Hälfte der Ausbildung. In ihr sollst du zeigen, dass du bereits einiges gelernt hast und deine Ausbildung ordentlich voranschreitet.

In der Abschlussprüfung am Ende deiner dualen Ausbildung wird dein Wissen dann auf Herz und Nieren geprüft. Du musst beweisen, dass du den erlernten Beruf verstanden hast, seine Spezifika kennst und ihn korrekt ausüben kannst. Dazu prüfen die zuständigen Stellen berufliche Handlungskompetenzen ab, in Theorie und Praxis.

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Im Handwerk heißt die Abschlussprüfung übrigens Gesellenprüfung. Sie umfasst in aller Regel ein sogenanntes Gesellenstück, also eine praktische Arbeitsprobe, die du zur Prüfung einreichen musst. Bei einem Tischler könnte das eine raffinierte Kommode sein, bei einer Goldschmiedin ein kunstvoller Ring.

Die Prüfungen werden von den Handwerkskammern sowie den Industrie– und Handelskammern (IHK) organisiert. Informiere dich rechtzeitig, ob dich dein Betrieb zur Prüfung anmeldet oder ob du selbst aktiv werden musst. Wer für die Prüfungsanmeldung zuständig ist, kannst du in deiner Prüfungsordnung nachlesen.

Weiterbildungen nach der Ausbildung

Nach deiner dualen Ausbildung bist du bestens gerüstet, um direkt ins Berufsleben zu starten! Außer du hast noch mehr Hunger auf Bildung? Dann warten zahlreiche Möglichkeiten auf dich, wie du auch nach deinem Berufsabschluss weiterlernen kannst.

Im Handwerk kannst du dich für eine Weiterbildung zum Meister entscheiden und – mit deinem Meisterbrief in der Tasche – einen eigenen Betrieb eröffnen. Oder du vertiefst Bereiche, die in der Berufsausbildung nur gestreift wurden, mit passenden Weiterbildungen. So kannst du zum Beispiel auch Kompetenzen aufbauen, die speziell in deinem Unternehmen gefragt sind.

Wer während der Ausbildung Gefallen am Lernen gefunden hat, kann danach ein Studium beginnen. Teilweise wird dir dein Wissen aus der Ausbildung sogar angerechnet und so die Studienzeit verkürzt. Übrigens: Wenn dir während deiner Ausbildung der Mix aus Theorie und Praxis gefallen hat, kannst du diesen auch beim Studieren suchen: Vielleicht ist ein duales Studium das Richtige für dich.

Voraussetzungen für einen dualen Ausbildungsplatz

Die Voraussetzungen der dualen Ausbildung lassen sich kurz zusammenfassen: Es gibt keine. Aber ganz so einfach ist es in der Praxis dann doch nicht. Grundsätzlich dürfen sich alle Interessierten auf duale Ausbildungsplätze bewerben. Laut BBiG musst du weder einen bestimmten Schulabschluss mitbringen, noch gibt es eine Altersgrenze.

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Allerdings dürfen ausbildende Betriebe selbstverständlich Kriterien festlegen, die ihre zukünftigen Azubis erfüllen müssen. Zum Beispiel erwarten viele Betriebe gute Noten in den Schulfächern, die für die Ausbildungsinhalte relevant sind. Oder sie legen Wert auf bestimmte soziale oder praktische Kompetenzen.

Bedenke außerdem, dass du mit anderen Lernwilligen um deinen gewünschten Ausbildungsplatz konkurrierst. Obwohl formal kein bestimmter Schulabschluss für eine duale Ausbildung vorgeschrieben ist, verfügen viele Bewerberinnen und Bewerber über einen Mittleren Schulabschluss oder gar über das Abitur.

Was kostet eine duale Ausbildung?

Dich als Azubi kostet die Ausbildung: absolut nichts. Du darfst die Berufsschule kostenlos besuchen. Für jegliche Unkosten im Betrieb kommt dein Ausbilder auf – quasi als Gegenleistung für deine Arbeitskraft. Du erhältst darüber hinaus eine Ausbildungsvergütung.

Gehalt in der dualen Ausbildung

Als grobe Richtschnur für dein Gehalt in der dualen Ausbildung gilt: Du verdienst ungefähr ein Drittel des Gehalts, das eine ausgebildete Fachkraft in deinem Beruf als Einstiegsgehalt verdient. Die genaue Höhe deiner Ausbildungsvergütung wird im Ausbildungsvertrag festgehalten. Deine Vergütung erhöht sich außerdem mit jedem vollendeten Ausbildungsjahr. Diese jährliche Gehaltserhöhung soll deinen wachsenden Wert im Unternehmen wiederspiegeln, weil du mit zunehmendem Wissen auch immer mehr Verantwortung übernehmen kannst.

Wie hoch dein Gehalt als Azubi letztlich ausfällt, hängt zum einen von deiner Branche und zum anderen von deinem Ausbildungsbetrieb ab. Denn ja, auch die Ausbildungsvergütung ist Verhandlungssache, genau wie dein späteres Gehalt als ausgebildete Fachkraft.

Allerdings hast du das Gesetz auf deiner Seite: Im Jahr 2020 hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales eine Mindestvergütung für Auszubildende eingeführt. Der festgelegte Satz wird nun schrittweise weiter erhöht. Auszubildende, die ihre Ausbildung im Jahr 2022 beginnen, müssen demnach mindestens 585 Euro pro Monat erhalten; ab einem Ausbildungsbeginn im Jahr 2023 sind es jeden Monat 620 Euro. Ab 2024 soll die Mindestausbildungsvergütung jedes Jahr aufs Neue an aktuelle Entwicklungen angepasst werden.

Von Gehaltsverhandlungen und Mindestvergütungen bleibst du unberührt, falls dein Arbeitgeber nach Tarifvertrag bezahlt. Dann ist die Höhe der Löhne im Tarifvertrag festgeschrieben und du wirst in die entsprechende Gehaltsklasse für Auszubildende eingeordnet.

In welchen Bereichen gibt es Ausbildungsberufe?

Duale Ausbildungen findest du in praktischen Tätigkeitsfeldern. Dort warten entsprechende Ausbildungsberufe auf dich. Die fünf wichtigsten Bereiche, in denen du duale Ausbildungen absolvieren kannst, siehst du hier.

1. Handwerk

Der Klassiker: In keinem anderen Bereich benötigst du so viel Praxiserfahrung wie in handwerklichen Berufen. Wie schleife ich ein Brillenglas, wie bekomme ich die typische Verschlingung in eine Brezel und was kann ein CAD-Programm? Handwerkliche Ausbildungen zum Optiker, zum Bäcker, zum Technischen Zeichner, zum Schreiner, zum Friseur und viele weitere halten diese Antworten für dich bereit.

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2. Handel

Wer hält die Industrie am Laufen? Gut ausgebildete Bankkaufleute, Einzelhandelskaufleute, Versicherungskaufleute und Industriekaufleute natürlich! Der Industrie– und Handelssektor wartet mit abwechslungsreichen Ausbildungsberufen auf dich. Dazu zählen auch Jobs in den Branchen Tourismus, Verkehr und Kommunikation.

3. Agrarwirtschaft

Gemüse, Getreide, Obst, Wein, Hopfen – mit einer Ausbildung zum Landwirt kannst du in den Lebensmittelanbau oder auch in die Nutztierhaltung einsteigen. Auch angehende Forstwirte, Pferdewirte, Gärtner und Brenner werden in dieser Branche fündig.

4. Öffentlicher Dienst

Wenn verwaltende Aufgaben dein Ding sind, passt der öffentliche Dienst zu dir. Hier warten duale Ausbildungen für Steuerfachangestellte, Vermessungstechniker, Verwaltungsfachangestellte und viele mehr.

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5. Medizinische Assistenz

Viele duale Ausbildungen sind darüber hinaus im medizinischen Bereich angesiedelt. Medizinische Fachangestellte, Operationstechnische Assistenten, Zahnmedizinische Fachangestellte, Tiermedizinische Fachangestellte und viele weitere greifen Ärzten unter die Arme und unterstützen im täglichen Praxisbetrieb.

Ist die duale Ausbildung gesetzlich geregelt?

Die duale Ausbildung unterliegt dem Berufsbildungsgesetz (BBiG). Zudem gilt für jeden Ausbildungsberuf eine sogenannte Ausbildungsordnung. Sie legt fest, wie lange die Ausbildung zu dauern hat, welche beruflichen Fertigkeiten die Auszubildenden erwerben müssen, wie die Abschlussbezeichnung lautet und vieles mehr. Diese Ausbildungsordnungen sind bundesweit gültig und stellen somit sicher, dass ein Steinmetz in Hamburg dasselbe lernt wie ein Steinmetz in München. Sie schützen darüber hinaus dich als Azubi: Denn deine Ausbildungsordnung bestimmt auch, welche Rechte du hast und was du von deinem Ausbildungsbetrieb erwarten kannst.

Ausbildungsbetriebe sind verpflichtet, sich an den Ausbildungsrahmenplan zu halten, der in der Ausbildungsordnung beschrieben ist. Darin wird zum Beispiel spezifiziert, welche beruflichen Handlungskompetenzen dein Ausbilder dir vermitteln muss und wie die Ausbildung zeitlich gegliedert werden soll. Darüber hinaus richtet sich der Lehrplan an deiner Berufsschule nach den Bestimmungen in der Ausbildungsordnung.

Abschließend ist deine duale Ausbildung natürlich auch durch den Ausbildungsvertrag geregelt, den du mit deinem Betrieb abschließt. Darin findest du Details zu deiner wöchentlichen Arbeitszeit, deinem Urlaubsanspruch und so weiter.

Vorteile der dualen Ausbildung

Der große Vorteil dualer Auszubildender ist, dass sie direkt mit praktischen Inhalten in Berührung kommen. Anstatt in theoretischen Konstrukten zu schwelgen, erfährst du von Beginn an, was es im Berufsalltag bedeutet, Ergotherapeut, Fremdsprachenkorrespondent oder Erzieher zu sein.

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Weitere Vorteile der dualen Ausbildung sind:

  • Vergleichbarkeit: Duale Ausbildungen laufen bundesweit gleich ab. Du lernst dieselben Inhalte und erwirbst dasselbe Wissen wie Auszubildende in anderen Teilen Deutschlands. Das heißt, dass du mit deinem Abschluss später auch im ganzen Land auf Jobsuche gehen kannst. Du bist mit einem dualen Ausbildungsabschluss in keiner Weise örtlich eingeschränkt.
  • anerkannte Qualifikation: Die einheitliche Durchführung dualer Ausbildungen hat auch zur Folge, dass die Zwischen– und Abschlussprüfungen bundesweit gleich sind. Du erhältst also eine objektive Einschätzung deiner Leistungen und erwirbst zudem einen Abschluss, dessen Qualität in ganz Deutschland und darüber hinaus hochangesehen ist.
  • potenzielle Übernahme: Dass du deine Ausbildungszeit in einem Betrieb verbringst, birgt den großen Vorteil, dass du direkt einen Fuß in der Tür hast, wenn es um deine zukünftige Arbeitsstelle geht. Wenn du deinen Betreuer, deine Chefin, dein Team von dir überzeugen kannst, wird dir nach deiner Ausbildung womöglich die Übernahme in eine Festanstellung angeboten.
  • kurze Einlernzeit: Selbst wenn du nach deinem Abschluss den Betrieb wechselst, profitierst du von deiner praxisnahen Ausbildung. Du kannst dich mit deinem Know-how im neuen Betrieb schnell einarbeiten und bald selbstständig agieren.
  • Unabhängigkeit: Da du während deiner Ausbildung eine Vergütung erhältst, kannst du dir schon früh eine gewisse Unabhängigkeit verschaffen. Zwar reicht das Azubigehalt in der Regel nicht aus, um dir eine eigene Wohnung zu finanzieren, aber du bist zumindest nicht mehr so stark auf externe Unterstützung angewiesen wie es zum Beispiel viele Studierende anfangs sind. So kannst du dich ganz auf deine Ausbildung konzentrieren.

Nachteile der dualen Ausbildung

Leider kann dir eine duale Ausbildung auch zum Nachteil geraten, wenn du bei der Auswahl deines Ausbildungsbetriebs nicht genau hinschaust. In manchen Betrieben hält sich noch das Bild, dass Auszubildende billige Arbeitskräfte seien, die unliebsame Aufgaben verrichten und Kaffee kochen. Gerätst du an einen solchen Betrieb, kannst du dich zwar wehren und dich auf deine Rechte als Azubi berufen. Allerdings brauchen Verbesserungen gewöhnlich Zeit – Zeit, die du in deinen maximal dreieinhalb Ausbildungsjahren nicht endlos hast.

Und selbst wenn sich dein ausbildender Betrieb vorbildlich dir gegenüber verhält, könnte er in manchen Punkten an seine Grenzen geraten. Viele Handwerks–, Dienstleistungs– und Industrieunternehmen arbeiten mittlerweile so spezialisiert, dass sie dir nicht mehr alle Aspekte deines Ausbildungsberufs vermitteln können. Verpassen wirst du deswegen nichts: Die überbetriebliche Ausbildung fängt fehlende Inhalte ab. Allerdings muss dir bewusst sein, dass du für überbetriebliche Seminare womöglich weiter pendeln oder gar andernorts übernachten musst. Das tut unter Umständen deinem Sparschwein weh.

Welche Alternativen gibt es zur dualen Ausbildung?

Wenn du Arbeiten und Lernen lieber trennen oder eins nach dem anderen angehen möchtest, kannst du dennoch den Weg über die Ausbildung gehen. Dann könntest du eine der folgenden Ausbildungsarten wählen.

Schulische Ausbildung

Im Gegensatz zur dualen Ausbildung findet die schulische Ausbildung vollständig an einer Berufsfachschule statt. Die schulische Ausbildung dauert ebenfalls bis zu dreieinhalb Jahre. Allerdings steigst du erst nach ihrer Beendigung in den Berufsalltag ein. Dadurch entfällt jedwede Vergütung während der Ausbildung. Tatsächlich kann es sogar sein, dass du Schulgebühren bezahlen musst, wenn du eine private Schule besuchst. Im Gegenzug entfällt aber auch die Doppelbelastung, Lernen und Beruf unter einen Hut bringen zu müssen.

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Abiturientenausbildung

Hast du ein Abitur oder Fachabitur erworben, kannst du eine sogenannte Abiturientenausbildung beginnen. Diese kannst du dir wie eine Mischung aus dualer Ausbildung und dualem Studium vorstellen. Die Abiturientenausbildung ist Abiturientinnen und Abiturienten vorbehalten. Sie dauert 2 bis 4 Jahre und du wechselst während dieser Zeit zwischen deinem Betrieb und einer (meist privaten) Schule oder Akademie hin und her.

Bislang ist die Abiturientenausbildung nicht allzu weit verbreitet und nur in bestimmten Branchen möglich. Das Ergebnis kann sich allerdings sehen lassen: Viele Abiturientenausbildungen enden mit gleich zwei Abschlüssen, weil du neben dem Ausbildungsberuf direkt eine weitere Qualifikation, z. B. den Fachwirt, erwirbst.

Ausbildung im öffentlichen Dienst

Im Volksmund oft „Beamtenausbildung“ genannt, bereitet dich eine Ausbildung im öffentlichen Dienst auf den Staatsdienst vor – du arbeitest also für eine staatliche Einrichtung. Die Ausbildung ist in vier Laufbahnen gegliedert: Als Schulabgänger kannst du, je nach Abschluss, in den Einfachen Dienst oder den Mittleren Dienst einsteigen. Für den Gehobenen Dienst sowie den Höheren Dienst benötigst du mindestens das Fachabitur, teilweise sogar einen Bachelor– oder Masterabschluss.

Auch bei der Ausbildung im öffentlichen Dienst lernst du dual, indem du zwischen deinem Arbeitgeber und einer Verwaltungsschule oder Fachhochschule hin– und herwechselst.

Duales Studium

Die Möglichkeit, sich dual zu bilden, gibt es nicht nur für Azubis. Mit einem dualen Studium verknüpfst du praktisches Lernen und wissenschaftliches Arbeiten. Du erwirbst Praxiserfahrung bei einem Unternehmen und lernst die Theorie an einer Hochschule.

Um dich auf einen dualen Studienplatz bewerben zu können, brauchst du das Abitur – je nach Arbeitgeber die allgemeine, die fachgebundene Hochschulreife oder die Fachhochschulreife. Mit diesen Voraussetzungen führt dich ein duales Studium zum Bachelorabschluss oder auch zum Master. Mehr erfährst du im Artikel Duales Studium.

Wäre das was für dich?

Duale Ausbildungen gibt es zum Beispiel in den folgenden Bereichen.

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