© ytemha34; Adobe Stock

Heilpraktiker – Häufigste Fragen zur Ausbildung und dem Beruf

Was ist ein Heilpraktiker?

Heilpraktiker werden von Jahr zu Jahr häufiger zu Rate gezogen und auch in der Allgemeinmedizin erhält die Heilkunde eine immer wichtiger werdende Bedeutung. Die Heilpraxis wurde 1928 in Deutschland eingeführt. Der Begriff Heilpraktiker kam zu Beginn des 20. Jahrhunderts erstmals auf.

Ein Heilpraktiker übt, wie der Name bereits unschwer erkennen lässt, die Heilkunde aus. Diese bezeichnet die Gesamtheit des menschlichen Wissens und Kompetenzen im Hinblick auf die Prävention, die Heilung und die Ursachen von Krankheiten. Die Heilkunde findet sich im Bereich der Alternativmedizin, der Volksheilkunde oder der Psychotherapie wieder.

Ist Heilpraktiker ein Beruf?

Das Heilpraktiker Gesetz kennzeichnet den Beruf des Heilpraktikers als geregelten Beruf in Deutschland. Zudem handelt es sich um eine rechtlich geschützte Berufsbezeichnung. Nach staatlich geregelter Abschlussprüfung im Anschluss an die Ausbildung erhält ein Heilpraktiker die Erlaubnis, die Heilkunde auszuüben, ohne über eine ärztliche Approbation zu verfügen. Die Prüfungsinhalte können von Bundesland zu Bundesland variieren und dienen in erster Linie der Überprüfung, ob der Berufsanwärter über ausreichend Wissen und Kompetenzen verfügt, um den Beruf ausüben zu können und keinerlei Gefahr für die Patienten darzustellen.

Trotz fehlender ärztlicher Approbation muss sich ein Heilpraktiker an denselben Maßstäben, im Hinblick auf Sorgfalt, Weiter- und Fortbildungen, orientieren, wie auch ein Allgemeinmediziner.

Was macht ein Heilpraktiker?

Wie es die Berufsbezeichnung unschwer erkennen lässt, führt ein Heilpraktiker die Heilkunde aus. Er hilft Menschen Krankheiten zu lindern, Symptome zu diagnostizieren und insbesondere der Ursache auf den Grund zu gehen. Dies unterscheidet den Heilpraktiker auch in erster Linie vom Allgemeinmediziner, welcher primär die Symptome behandelt und geringfügiger nach Ursachen sucht oder gar präventiv arbeitet. Die Heilpraxis findet sich in den unterschiedlichsten Bereichen wieder. Ob im Feld der Akupunktur, der Homöopathie, der Kinesiologie, der Physiologie, der Psychologie oder in vielen weiteren Bereichen – als Heilpraktiker findet man sich in nahezu allen Gebieten wieder. Neben den hier genannten Aufgabenbereichen zählen auch verwaltende und organisatorische Aufgaben zum beruflichen Alltag eines Heilpraktikers. Ob in der Buchhaltung oder beispielsweise bei der Dokumentenpflege – die Abwechslung als Heilpraktiker ist ganz klar gegeben.

Damit nun aber auch noch ein klarer Unterschied zum Allgemeinmediziner geschaffen wird, sollten auch Tätigkeiten genannt werden, welche NICHT von einem Heilpraktiker durchgeführt werden dürfen. Auch wenn sich die Allgemeinmedizin immer stärker an der Heilkunde orientiert, ist es Heilpraktikern nicht gestattet Röntgenbilder zu erstellen, bei der Geburt zu helfen, Zahnheilkunde auszuführen oder gar den Tod festzustellen. Zudem gibt es einige Infektionskrankheiten, welche nicht von einem Heilpraktiker behandelt werden dürfen. Hält sich ein Heilpraktiker nicht an eine dieser gesetzlichen Vorgaben, so kann er strafrechtlich dafür belangt werden.

Wo arbeitet ein Heilpraktiker?

Der Heilpraktiker Beruf ist sehr vielfältig. Dies gilt nicht nur für die Lehrinhalte und Tätigkeiten, sondern viel mehr auch im Hinblick auf die Berufsaussichten. Tendenziell besteht bei Heilpraktikern, wie auch bei Ernährungsberatern, die Option im Vordergrund eine eigene Praxis zu eröffnen und sich selbständig zu machen. Diese Möglichkeit verlangt zwar vorerst viel Wissen und auch eine Menge Geduld, wird sich aber auch mit hoher Wahrscheinlichkeit positiv auszahlen.

Einige weitere Orte, an denen ein Heilpraktiker arbeiten kann, sind beispielsweise Arztpraxen, Rehabilitations- und Gesundheitszentren sowie Therapiepraxen. Zudem finden Heilpraktiker auch in Massagepraxen oder Physiotherapiezentren leicht eine Stelle. Zu guter Letzt darf auch nicht vergessen werden, dass sich Heilpraktiker auch hin und wieder in Büros wiederfinden, gerade dann, wenn sie selbständig sind und auch Aufgaben wie die eigene Buchhaltung oder Patientendokumentationen zu erledigen haben. Ebenso könnten auch Hausbesuche relevant werden, sofern das als Dienstleistung zum täglichen Alltag zählt.

Was verdient ein Heilpraktiker?

Der Verdienst eines Heilpraktikers liegt im Durchschnitt bei etwas 2550€ brutto im Monat. Mit diesem Gehalt liegst du weit über anderen Berufen wie beispielsweise dem Physiotherapeuten, dem Ergotherapeuten oder beispielsweise dem Diätassistenten.
Wie genau sich dein Gehalt zusammensetzt hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Beim Beruf des Heilpraktikers kommt es auf deine Berufserfahrung an. Entsprechend wird sich dein Gehalt mit wachsender Erfahrung im Beruf steigern. Ein weiterer Faktor, welcher ausschlaggebend sein kann, wenn es um das Gehalt geht, ist die Art der Anstellung. Es macht einen Unterschied ob du als angestellter Heilpraktiker arbeitest oder deine eigene Praxis hast und selbständig bist. So kannst du deine Preise auch selbst festlegen und einen großen, stabilen Kundenstamm generieren und in kurzer Zeit viel Geld verdienen.

Leider muss in dieser Hinsicht erwähnt werden, dass man beim Beruf des Heilpraktikers beim Thema Gehalt noch deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen haben kann. So verdient ein Mann im Schnitt bis zu 280€ mehr im Monat als eine Frau. Ebenfalls wichtig zu wissen, ist die Tatsache, dass das Gehalt eines Heilpraktikers von Bundesland zu Bundesland stark variieren kann. So ist beispielsweise das Gehalt eines Heilpraktikers in Hamburg, im Schnitt doppelt so hoch wie das in Thüringen. Neben Hamburg führen Niedersachen, Schleswig-Holstein und Bayern das Ranking der am Best bezahlenden Bundesländern für den Heilpraktiker Beruf an. Eine zusätzliche Spezialisierung als Heilpraktiker kann ebenfalls zu mehr Verdienst führen.

Auch wenn sich dein Gehalt als Heilpraktiker zu Beginn deiner Karriere noch in Grenzen hält, musst du wissen, dass der Beruf immer wichtiger wird. Mittlerweile haben sogar Krankenkassen die Behandlungen der Heilkunde in ihr Portfolio aufgenommen. Um deine berufliche Zukunft musst du dir also keine Gedanken machen. Sowohl die Relevanz deines Berufes als auch dein Gehalt werden von Jahr zu Jahr wichtiger und besser.

Wie wird man Heilpraktiker?

Der Beruf des Heilpraktikers hängt natürlich mit einer Ausbildung zusammen, welche in der Regel binnen 12-24 Monaten absolviert werden kann. Alternativ gibt es auch Anbieter, welche mit einem Fernstudium werben. Häufig fehlt bei dieser Art von Ausbildung aber der Praxisbezug und du wirst lediglich auf die staatlich geregelte Prüfung vorbereitet. Viel mehr wird dir daher die Präsenzausbildung empfohlen, bei der du neben den praktischen Phasen auch im direkten Kommunikationsaustausch mit deinen Dozenten stehst und dir in jeder Lebenslage Tipps und Tricks einholen kannst. Wenn du also die Ausbildung zum Heilpraktiker inklusive der Abschlussprüfung erfolgreich bestehst, dann wirst du zum gesetzlich anerkannten Heilpraktiker ausgezeichnet.

Damit du an der Amtliche Heilpraktiker Prüfung jedoch überhaupt erst teilnehmen darfst, solltest du die wenigen, dennoch wichtigen Voraussetzungen erfüllen.

Für die Prüfung erwartet dich ein breites Spektrum an Fragen. Inhalte beziehen sich dabei beispielsweise auf anatomische, physiologische, pathologische und psychologische Grundkenntnisse. Darüber hinaus wirst du zu den Themen Anamnese, Methoden und Diagnostik sowie Praxishygiene befragt und solltest dich im Bereich der Gesetze, therapeutischen Maßnahmen und der allgemeinen Krankheitslehre bestens auskennen. Selbstverständlich sind die hier genannten Inhalte nur einige Beispiele. Je nach Anbieter werden die genauen Inhalte noch ausführlicher beschrieben.

Wie lange dauert die Ausbildung zum Heilpraktiker?

Die Ausbildung zum Heilpraktiker dauert in der Regel zwischen einem und drei Jahren. Es hängt dabei immer davon ab, welche Vorausbildungen bereits vorhanden sind und welche Art der Ausbildung man im Endeffekt wählt. Du kannst zwischen einer Vollzeit-Ausbildung oder einer Teilzeit-Ausbildung wählen. Letzteres eignet sich insbesondere für Menschen, die anderweitig noch berufstätig sind und nur abends und an den Wochenenden Zeit finden. Alternativ können auch Intensivkurse belegt werden, welche insbesondere für Menschen mit fachlichen Vorbildungen geeignet sind. Medizinische Vorbildungen könnten beispielsweise die Ausbildung zum Krankenpfleger, zum Arzthelfer, zur Hebamme, zum Masseur, zum Sanitäter oder im pharmazeutischen Bereich sein.

Was kostet die Ausbildung zum Heilpraktiker?

Die Kosten der Ausbildung sind beim Beruf des Heilpraktikers mehr denn je abhängig vom jeweiligen Anbieter. Ebenfalls hängt es auch davon ab, welche Art von Ausbildungsmodell du auswählst. Ein Fernstudium beispielsweise wird dich im Durchschnitt weniger kosten als wenn du ein Präsenzseminar in Voll- oder Teilzeit belegst. Ein Fernstudium, welches dich beispielsweise ein bis drei Jahre kostet, wird dich auf Kosten von etwa 2200-3100 Euro bringen. Ein Präsenzseminar wiederum, unabhängig ob Vollzeit oder Teilzeit wird dich meist nicht mehr als zwei Jahre in Anspruch nehmen, kostet dafür aber zwischen 4800 und 11000 Euro. Zusätzlich zu den Kosten der Ausbildung erwarten dich noch die Kosten für die Heilpraktiker Abschlussprüfung, welche sich auf etwa 300-620 Euro belaufen.

Auch wenn die genannten Summen erstmals erschreckend sind, bleiben dir einige Optionen, welche dich bei der Finanzierung der Ausbildung unterstützen können. Ähnlich wie auch bei verschiedenen anderen Ausbildungen, wie beispielsweise der zum Fitnesstrainer oder Ernährungsberater gibt es verschiedene Möglichkeiten einer Förderung. Zur Übersicht soll dir die folgende Darstellung dienen:

o   Steuerliche Absetzbarkeit

Solltest du als normaler Mitarbeiter in einem Unternehmen fungieren, so hast du die Möglichkeit anstehende Kosten für Aus- und Weiterbildungen steuerlich abzusetzen.

o   Aufstiegs BAföG

Beim Aufstiegs BAföG hast du die Möglichkeit einen Zuschuss von bis zu 15000 Euro zu erhalten. Einzige Voraussetzung, damit du diese Unterstützung erlangst, ist, dass du dich mit der Aus- oder Weiterbildung höher qualifizierst. Bei erfolgreichem Abschluss erhältst du 40% der Gesamtsumme zurück, musstest also nur 60% der Gesamtkosten tragen.

o   Bildungsgutscheine

Die Agentur für Arbeit arbeitet sehr häufig mit den sogenannten Bildungsgutscheinen. Durch sie können die entstehenden Kosten deiner Ausbildung um bis zu 100% übernommen werden. Einzige Voraussetzung ist, dass die Ausbildung, Weiterbildung oder Fortbildung AZAV-zertifiziert sein sollte.

o   Bildungsprämien

Bildungsprämien sind eine weitere Möglichkeit Kosten einzusparen. Diese Option geht allerdings mit ein paar mehr Bedingungen einher. Diese sind beispielsweise, dass du ein Mindestalter von 25 Jahren haben solltest. Zudem darfst du nicht mehr als 20000 Euro brutto im Jahr verdienen. Zusätzlich musst du mindestens 15 Stunden pro Woche arbeiten und eine Ausbildung, Weiterbildung oder Fortbildung wählen, welche nicht mehr als 1000€ kosten.

Weitere Unterstützungsmöglichkeiten sind zudem Fördergelder für den Fall, dass du bei der Bundeswehr bist. Die einzelnen Bundesländer werben außerdem mit verschiedenen Förderprogrammen. Hierfür informierst du dich am Besten direkt auf den jeweiligen Homepages der Bundesländer.

Wie finde ich den für mich richtigen Ausbildungsanbieter?

Ähnlich bei der Auswahl deines Heilpraktikers solltest du auch bei der Auswahl der Ausbildungsanbieter vergleichen und fleißig Rezensionen lesen. Zudem solltest du dich genauer über Ausbildungsinhalte informieren, sodass du dich für den Anbieter entscheidest, welcher auch die meisten Inhalte vermittelt, die in deinem Interesse liegen. Ausbildungsanbieter sollten auch über diverse Qualitätssiegel verfügen und dir diese auch vorweisen können. Hat ein Anbieter keinerlei Zertifizierungen zu bieten, ist es auch hier am naheliegendsten die Finger davon zu lassen.

Damit du dir keine Sorgen machen musst, ob dein ausgewählter Anbieter nun „gut“ ist, haben wir dir eine Übersicht zusammengestellt, an der du dich orientieren kannst. Bei diesen Anbietern handelt es sich um renommierte Anbieter, welche alle qualitativ hochwertig sind.

Hier geht’s zur Anbieterübersicht.

Welche Heilpraktiker Ausbildung ist die beste?

Dies ist natürlich eine Frage, die nur sehr schwer zu beantworten ist, da es sicherlich auch Geschmackssache ist, welcher Ausbildungsanbieter DEIN Favorit ist. Du bist mit hoher Wahrscheinlichkeit auf der sicheren Seite, wenn du dir im Vorhinein Gedanken machst, was genau du möchtest. Möchtest du ein Fernstudium? Willst du ein Präsenzlehrgang oder doch vielleicht ein Kompaktseminar? Welche genauen Inhalte müssen deiner Meinung nach in der Ausbildung vorkommen? Möchtest du vielleicht sogar eine Ausbildung mit anderem Schwerpunkt machen?

Dies sind alles Fragen, über die du dir zuvor bestenfalls einige Gedanken gemacht hast, so kannst du nämlich zwischen den vielen Anbietern schon den ein oder anderen aussortieren.
Prinzipiell ist es außerdem wichtig, dass du dir Rezensionen und Qualifikationen der jeweiligen Anbieter anschaust. Auch diese geben dir schon einen tieferen Einblick in mögliche Pros und Contras.

Damit du vor lauter Bäumen den Wald dennoch erkennst, haben wir dir eine Anbieterübersicht zusammengestellt. Diese besteht aus renommierten Anbietern, welche die unterschiedlichen Modelle der Ausbildung anbieten.

Heilpraktiker Ausbildung - ja oder nein?

Für eine bessere Übersicht soll die folgende Tabelle einige Vor- und Nachteile der Heilpraktiker Ausbildung beleuchten. Somit kannst du dir einen besseren Eindruck verschaffen, ob die Ausbildung für dich in Frage kommt oder nicht.

Argumente für die Heilpraktiker Ausbildung Argumenten gegen die Heilpraktiker Ausbildung
gute berufliche Chancen kein Gehalt während der Ausbildung
viele Finanzierungsmöglichkeiten hohe Kosten der Ausbildung
Heilpraxis ist auf dem Vormarsch keine einheitliche Ausbildungsregelung
hohe Flexibilität in der Ausbildung (Fernstudium/Präsenzlehrgang) Gehalt steigt mit Berufserfahrung (anfangs geringer)
vielfältige Optionen der Weiterbildung Mindestalter von 25 Jahren für Abschlussprüfung nötig
geschützte Berufsbezeichnung  
viele Ausbildungsanbieter  

Wie finde ich den für mich richtigen Heilpraktiker?

Natürlich möchtest du einen Heilpraktiker finden, der dir seriös vorkommt und dem du dich bedenkenlos anvertrauen kannst. Er soll dir bei deinen Schmerzen und Problemen helfen, demnach möchtest du dich auch in seinen Händen sicher fühlen. Doch wie findest du in diesem Wald an Heilpraktikern den für dich Richtigen?

Prinzipiell ist es immer lohnenswert sich zunächst im Internet zu informieren und Kundenrezensionen zu lesen. Bei seriösen Heilpraktikern solltest du auf den jeweiligen Homepages auch derartiges Kundenfeedback vorfinden. Außerdem erhält ein Heilpraktiker diverse Zertifikate, gegebenenfalls auch für Weiterbildungen oder Spezialisierungen. Sollten diese Qualitätszeichen nicht einsehbar oder auf der Homepage vorgestellt sein, kannst du auch danach fragen. Hat ein Heilpraktiker nichts Derartiges vorzuweisen, bleibt dir nur zu raten die Finger davon zu lassen und dich anderweitig umzuschauen.

Wie teuer ist ein Heilpraktiker?

Ein Besuch beim Heilpraktiker kann dir häufig bei deinen Problemen weiterhelfen. Dennoch wird ein solcher Termin auch immer mit Kosten zusammenhängen. Wie viel genau du zahlst, hängt natürlich in Summe von der Dauer, der Art und der Häufigkeit der Behandlung ab. Was genau eine Behandlung kostet, richtet sich nach dem Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker (GebüH). In dieser steht beispielsweise:

Nach § 611 BGB ist die Höhe der Vergütung der freien Vereinbarung zwischen Heilpraktiker und Patient überlassen. Wenn beim Zustandekommen des Behandlungsvertrages über eine Vergütung nicht gesprochen wurde, so gilt sie doch nach § 612 BGB als vereinbart. Ist in Ermangelung einer Taxe die Höhe der Vergütung nicht bestimmt, so ist die übliche Vergütung als vereinbart anzusehen (§ 612, Abs. 2).

Die genaue Gebührenordnung findest du hier.

Zur Konkretisierung des Ganzen werden im Folgenden einige Durchschnittskosten genannt. Diese sind nicht automatisch auf alle praktizierenden Heilpraktiker übertragbar, sondern können individuell abweichen. Bestenfalls solltest du dich direkt mit deinem auserwählten Heilpraktiker zusammensetzen und über konkrete Behandlungskosten sprechen.

Grundsätzlich steht dir beim ersten Besuch eine zeitaufwendige Anamnese bevor. Der Heilpraktiker wird hierbei versuchen, deine Probleme möglichst genau zu diagnostizieren, nach möglichen Ursachen zu suchen und Therapievorschläge mit dir zu besprechen. Da die erste Sitzung meist die längste ist, werden hier meist auch sehr hohe Kosten verlangt. Du solltest bei der ersten Sitzung mit einem Preis von etwa 100-150€ rechnen. Die darauffolgenden Sitzungen und Therapien werden meist kostengünstiger. Hierbei kannst du mit ca. 50-70€ rechnen. Je nach Behandlung können jedoch auch andere Preise anfallen. Hierfür erkundigst du dich ebenfalls besser direkt bei deinem Heilpraktiker. Diese haben meist auch Preislisten auf ihren Webseiten für dich bereitgestellt.

Welche Krankenkasse zahlt einen Heilpraktiker?

Tendenziell kann man sagen, dass die Krankenkassen eine Behandlung beim Heilpraktiker bedingt bis gar nicht übernehmen. Die Mehrheit der heilpraktischen Therapiemöglichkeiten muss vom Patienten selbst gezahlt werden. Binnen der letzten Jahre wurden die verschiedenen Leistungskataloge der Krankenkassen jedoch verbessert, so finden sich immer mehr heilpraktische Behandlungen dort wieder. Zur besseren Orientierung soll die folgende Übersicht dienen. Hierbei werden die bekanntesten Krankenkassen kurzerhand aufgelistet:

Kann mich ein Heilpraktiker bei meinem Kinderwunsch unterstützen?

15% der Paare in Europa sind kinderlos – dies jedoch häufig nicht ganz freiwillig. Der Grund: verminderte Fruchtbarkeit. Für viele Paare kommt in einem solchen Falle nur noch eine Option in Frage, nämlich eine künstliche Befruchtung. Alternativ unterziehen sich viele Menschen auch anderen kostspieligen Therapien. Häufig werden dabei jedoch nicht die eigentlichen Ursachen untersucht und bekämpft. An dieser Stelle kommt ein Heilpraktiker ins Spiel. Wie bereits beschrieben, suchen Heilpraktiker die Ursachen des Problems, setzen am Ursprung an und behandeln nicht nur die reinen Symptome.

Häufige Ursachen einer verminderten Fruchtbarkeit sind beispielsweise Unter- oder Übergewicht. Gleichzeitig kann zu viel Stress ein Grund für das Problem darstellen. Der langzeitige Kontakt mit Schwermetallen oder eine Geschlechtskrankheit können ebenfalls Gründe sein. Darüber hinaus kann es auch sein, dass eine Frau auf Grund eines Vitaminmangels, einer ungesunden Lebensweise oder einer Schilddrüsenüberfunktion nicht schwanger werden kann.

Studien zur Folge gibt es häufig einfachere Behandlungsmöglichkeiten als sich direkt einer künstlichen Befruchtung zu unterziehen. Alternative und natürliche Methoden zur Bekämpfung des ursprünglichen Problem können eine optimalere Möglichkeit sein. Mögliche Behandlungen sind dann beispielsweise Therapien mit Mikronährstoffen, Therapien zur Ernährungsumstellung, Infusionstherapien oder Akupunktur. Solche Behandlungen können von einem Heilpraktiker durchgeführt werden. Sie sind meist weniger kostenintensiv und können ebenfalls zielführend sein.