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So lange dauert eine Ausbildung zum Heilpraktiker

Wer sich dafür entscheidet, eine Ausbildung zum Heilpraktiker zu absolvieren, hat die Qual der Wahl. Denn es gilt selbst zu entscheiden, welche Art der Ausbildung man absolvieren will und abhängig davon auch welche Schule man besucht. Dabei ist die Auswahl gar nicht so einfach; denn in Deutschland kann nahezu jeder eine Heilpraktiker Schule aufmachen. Daraus folgt zwangsläufig, dass nicht alle Schulen seriös sind, daher sollte man sich vorab gut informieren. Seriöse Schulen bereiten ihre Schüler meist über mehrere Monate oder sogar Jahre auf die Heilpraktiker Prüfung vor. Denn Heilpraktiker benötigen einen großen Wissensschatz und es möchte sich schließlich niemand von einem Heilpraktiker behandeln lassen, der seinen Beruf über Nacht gelernt hat.

Aufgrund des riesigen Angebotes gibt es einige Unterschiede zwischen den Ausbildungsprogrammen. Für Personen mit medizinischen Vorkenntnissen werden zum Beispiel Schnell- und Intensivkurse angeboten, die meistens 6 – 10 Monate dauern. Auch mehrtägige Seminare sind möglich, diese sind jedoch nicht als vollwertige Heilpraktiker Ausbildung anzusehen. Sie dienen eher dazu, fundiertes Wissen auszubauen und zu festigen. Der Fachverband Deutscher Heilpraktiker empfiehlt allen, die keine umfangreiche, medizinische Vorkenntnis haben, eine dreijährige Ausbildung in Vollzeit. Wer sich beispielsweise in Hinblick auf seinen Beruf bereits fundamentales, medizinisches Wissen angeeignet, oder sogar ein Medizinstudium absolviert hat, kann sich mit einem Crash-Kurs auf die amtsärztliche Prüfung beim Gesundheitsamt vorbereiten.

Die drei Modelle der Heilpraktiker Ausbildung

Wie anfangs erwähnt gibt es diverse Modelle der Ausbildung zum Heilpraktiker. Diese lassen sich in Teilzeit, Vollzeit oder Fernstudium einteilen.
Die Dauer der Ausbildung ist gesetzlich nicht vorgeschrieben, deshalb variieren die Modelle in Länge und Intensität.

Das Vollzeit-Modell

Wer im Beruf des Heilpraktikers wirklich effektiv tätig sein möchte, der muss in der Lage sein, die Verantwortung für die Gesundheit seiner Patienten zu übernehmen. Dafür ist eine umfangreiche Ausbildung notwendig.

In dieser Ausbildung müssen theoretische und praktische Fertigkeiten übermittelt und gefestigt werden. Für diesen Fall gibt es gute Vollzeit-Ausbildungen, die in der Regel 18-24 Monate dauern. Hier kann auch praktische Erfahrung in Form von Hospitationen in Naturheilpraxen erworben werden. In der Regel dauert die normale Ausbildung zum Heilpraktiker 18 Monate, wenn keine medizinischen Vorkenntnisse vorhanden sind. Innerhalb von rund 1.850 Unterrichtsstunden erlernt man die Inhalte, die für die Prüfung und die darauffolgende Karriere relevant sind. Mit einer zusätzlichen fachtherapeutischen Vertiefung sind insgesamt etwa 2.400 Unterrichtsstunden in 24 Monaten zu absolvieren.

Das Ausbildungsprogramm zum Heilpraktiker in Vollzeit ist zeit intensiv und hängt gleichzeitig auch mit gewissen Kosten zusammen. Dafür bekommt man jedoch die beste Vorbereitung für eine verantwortungsvolle Karriere zum offiziellen Heilpraktiker.

Das Teilzeit-Modell

Neben dem Vollzeit-Modell gibt es auch die Möglichkeit, die Ausbildung in einer Variante als Teilzeit-Modell zu absolvieren. Hierbei wird zwischen Tagesstudium, Wochenendstudium oder Abendstudium unterschieden.
Bei der Option des Tagesstudiums findet der Unterricht an unterschiedlichen (Werk-) Tagen statt. Wer während der Ausbildung weiterhin seinen derzeitigen Job ausführen möchte, kann auf das Wochenend- oder Abendstudium zurückgreifen. Hierbei werden die Unterrichtsstunden so eingeteilt, dass die Kernarbeitszeiten vermieden werden. In etwa 1.000 bis 1.250 intensiven Unterrichtsstunden werden die Inhalte über einen Zeitraum von etwa 20 Monaten vermittelt. Bei diesem Modell ist es besonders wichtig, sich eigenständig weitere Unterrichtsstoffe erarbeiten zu können und mit einer gewissen Selbstdisziplin an die Ausbildung heranzutreten.

Das Fernstudium

Zu guter Letzt wird die Ausbildung zum Heilpraktiker auch als Fernstudium angeboten. Der Vorteil dieses Modells ist, dass die Personen sich das Lerntempo selbst einteilen können. Bei den meisten Fernschulen ist eine Ausbildungsdauer von 20 Monaten vorgesehen. Diese Ausbildungszeit kann bei Bedarf auch verkürzt werden, wenn die Studieninhalte schneller ausgearbeitet werden können. Sollte mehr Zeit notwendig sein, bieten die meisten Bildungsträger eine kostenlose Verlängerung von bis zu zwölf Monaten an. Für die persönliche Karriere ist es von Vorteil, wenn die Fernschule zusätzlich zur Theorie praktische Seminare anbietet, in denen wertvolle Erfahrungen gesammelt werden können.

Wie du siehst gibt es viele unterschiedliche Möglichkeiten, die Ausbildung zum Heilpraktiker anzugehen. Dabei ist es auch verständlich, dass diese sich in Länge und Intensität unterscheiden. Nun liegt es an dir, selbst rauszufinden, wie viel Zeit du zur Verfügung stehen hast und welches von den Modellen dir am meisten zusagt.